
Die Mühen, die für die verschiedenen Bereiche der mathematischen Wissenschaften auf zu wenden sind, können, obwohl sie auf den ersten Blick Aufgaben allein für den Intellekt zu sein scheinen, dennoch in zwei grundverschiedene Gebiete unterteilt werden. Als das eine Gebiet wäre das mechanische zu nennen, welches präzisen und unveränderlichen Gesetzen unterliegt, deren Bedeutung mit methodischen Abläufen in Geräten darstellbar ist. Das zweite Gebiet liegt im Bereich des Verstandes, da es den Eingriff des Denkens erfordert. Nachdem wir dies verstanden haben, können wir daran gehen, den mechanischen Zweig der Bemühungen von Automaten erledigen zu lassen und dem Intellekt den Part zukommen lassen, welcher der Fähigkeit des Denkens bedarf. Die starre Exaktheit der Gesetze, in denen die Regeln numerischer Berechnungen festgelegt sind, haben sicherlich schon vielfach die Idee nahe gelegt, für die Gesamtheit solcher Berechnungen, oder zur Erleichterung von Teilberechnungen, passende Instrumente zu verwenden. Es gab demnach auch viele Erfindungen mit diesem Ziel vor Augen, doch wurde es immer wieder nur teilweise erreicht. So ist die viel bewunderte Maschine von Pascal nur mehr ein Kuriosum, da sie, obwohl sie den großen Geist ihres Erfinders zeigt, nur sehr wenig praktischen Nutzen in sich birgt. Ihre Fähigkeiten beschränkten sich auf die Ausführung der vier Grundrechenarten der Arithmetik und sie war praktisch auf die ersten beiden beschränkt, da nur durch eine Serie von Additionen oder Subtraktionen das Endergebnis einer Multiplikation oder Division zu erhalten war. Der bisherige Hauptnachteil der meisten solcher Automaten lag darin, dass sie fortwährende Eingriffe eines menschlichen Betreibers benötigten, der ihre Bewegungen steuerte und der daher gleichzeitig eine Fehlerquelle darstellte. So liegt also der Grund dafür, dass diese Automaten nicht weithin bei aufwendigen numerischen Berechnungen eingesetzt werden, vor allem darin, dass sie nicht tatsächlich das gestellte doppelte Problem lösen, wie die Korrektheit der Ergebnisse bei gleichzeitig geringem Zeitaufwand gesichert werden könnte.
Von ähnlichen Gedanken betroffen hat Mr. Babbage einige Jahre auf die Realisierung einer gigantischen Idee verwandt. Er gab sich selbst keinen geringeren Auftrag als den, einen Automaten zu konstruieren, der nicht nur arithmetische Berechnungen ausführen sollte, sondern jede Art von analytischen Rechnungen, deren Gesetzmäßigkeiten bekannt sind. Eine solche Unternehmung scheint die Vorstellung im ersten Moment zu überfordern, doch wird bei längerer und ruhiger Betrachtung eine erfolgreiche Lösung der Aufgabe immer wahrscheinlicher und es stellt sich das Gefühl ein, dass dazu die Entdeckung eines grundlegenden Prinzips notwendig sein könnte, das den Automaten in die Lage versetzen müsste, mechanische Übersetzungen der ihm in algebraischer Notation gestellten Aufgaben auszuführen. Der illustre Erfinder war freundlich genug, mir einige seiner Einsichten zu diesem Thema während eines Besuchs in Turin mitzuteilen. Ich habe mit seiner Zustimmung die Eindrücke zusammengestellt, die diese Einsichten bei mir hinterlassen haben. Der Leser sollte nicht erwarten, eine Beschreibung von Mr. Babbages Maschine vorzufinden - diese zu verstehen würde langwierige Studien voraussetzen - ich will mich vielmehr bemühen, einen Ausblick auf die erzielbaren Ergebnisse zu geben und die Prinzipien darzulegen, auf denen die Erreichung dieser Ziele fußt.
Ich muss zunächst voraus schicken, dass diese Maschine völlig abweichend von derjenigen ist, die in dem "Traktat über die Wirtschaftlichkeit von Maschinen" desselben Autors erwähnt wird. Da aber letztere den Anstoß zur Idee ersterer gab, halte ich es für nützlich, zunächst einen kurzen Rückblick auf Mr. Babbages frühere Aufsätze und auf die Umstände, unter denen sie entstanden, zu werfen.
Es ist wohl bekannt, dass die französische Regierung, angeleitet von dem Wunsch, das Dezimalsystem zu verbreiten, die Erstellung enorm umfangreicher Tabellen der Logarithmen und der trigonometrischen Werte in Auftrag gab. M. de Prony, der mit der Leitung dieser Unternehmung beauftragt wurde, unterteilte die Aufgabe in drei Bereiche, in denen jeweils Personen mit speziellen Fähigkeiten beschäftigt wurden. Die erste Sektion kombinierte Formeln und stellte sie so um, dass sie numerischen Berechnungen zugänglich wurden. Die zweite Sektion errechnete dann für just diese Formeln die Ergebnisse für in ausgewählten, aufeinander folgenden Abständen liegende Werte der Variablen. Die dritte aus etwa 80 Personen bestehende Sektion, welche überwiegend nur die beiden ersten Grundrechenarten der Arithmetik beherrschten, berechnete schließlich weitere interpolierte Ergebnisse durch einfache Addition und Subtraktion der Ergebnisse der zweiten Sektion.
Als eine Unternehmung ganz ähnlich der eben erwähnten in England in Angriff genommen werden sollte, dachte Mr. Babbage darüber nach, wie die Arbeiten der dritten Sektion von einer Maschine ausgeführt werden könnten und er realisierte diese Idee durch einen Mechanismus, den er teilweise fertig stellte und der den Namen Differenzmaschine wegen eines Prinzips trug, das seiner Konstruktion zu Grunde lag. Um eine Vorstellung dieses Mechanismus zu vermitteln genügt es, sich die Abfolge der ganzen Quadratzahlen ins Gedächtnis zu rufen: 1, 4, 9, 16, 25, 36, 49, 64 &c. Durch Subtraktion jeder dieser Zahlen von der ihr nachfolgenden Zahl erhalten wir eine neue Abfolge, die wir die Folge der Ersten Differenzen nennen wollen. Sie besteht aus den Zahlen: 3, 5, 7, 9, 11, 13, 15 &c. Wenn wir in dieser Abfolge wiederum von jeder Zahl ihre Vorgängerin subtrahieren, erhalten wir die Folge der Zweiten Differenzen, die nun alle konstant gleich 2 sind. Wir können diese Abfolge von Operationen und ihre Ergebnisse in der folgenden Tabelle darstellen.
Aus der Art, wie die beiden rechten Spalten B und C formatiert sind, lässt sich leicht ersehen, dass, wenn wir etwa von der Zahl 5 zur folgenden 7 gelangen wollen, wir zur ersten Zahl die konstante Differenz 2 addieren müssen. In gleicher Weise müssen wir, wenn wir von der Quadratzahl 9 zur folgenden Quadratzahl 16 gelangen wollen, die Differenz 7 addieren, die mit anderen Worten die vorhergehende Differenz 5 plus der konstanten Differenz 2 ist. Oder wir müssen nur, noch einmal anders ausgedrückt, was aber dasselbe meint, um die Zahl 16 zu erhalten lediglich die drei Zahlen 2, 5 und 9 addieren, die auf der Achse ab liegen. Ähnlich erhalten wir die Zahl 25, wenn wir die drei Zahlen der Achse cd addieren. Durch die Addition von 2+7 erhielten wir die erste Differenz 9, die auf die 7 folgt. Addieren wir 16 zu der 9, dann erhalten wir die Quadratzahl 25. Wir sehen also, dass wenn nur die drei Zahlen 2, 5 und 9 gegeben sind, die ganze Serie der aufeinander folgenden Quadratzahlen, ebenso wie die Serie der Ersten Differenzen, durch das Ausführen simpler Additionen zu erhalten sind.
Um nun zu verstehen, wie diese Rechenoperationen von einem Automaten reproduziert werden könnten, nehmen sie eine Maschine an, die aus drei Skalenscheiben mit den Bezeichnungen A, B und C bestünde, deren jeweilige Unterteilung in, beispielsweise, tausend Markierungen mit einer Nadel abtastbar wäre. Die beiden Skalenscheiben C und B würden zusätzlich über einen Registrierhammer verfügen, der genau die Anzahl von Schlägen ausführen soll, die von der durch die Nadel seiner Skalenscheibe angezeigten Markierung vorgegeben sind. Für jeden Schlag des Registrierhammers von Skalenscheibe C soll sich nun die Nadel von B um eine Markierung weiterbewegen. In ähnlicher Weise soll die Nadel A um jeweils eine Markierung voranschreiten, wenn der Schlag des Hammers von Skalenscheibe B sie trifft. So die generelle Beschreibung der Art des Mechanismus.
Nachdem wir dieses Prinzip verstanden haben, lassen sie uns zu Beginn einer Serie von Operationen, die wir nun ausführen wollen, die Nadel der Skalenscheibe C auf die Markierung 2 stellen, die Nadel B auf die Markierung 5 und die Nadel A auf die Markierung 9. Lassen wir den Registrierhammer der Skalenscheibe C nun schlagen, so wird er dies zweimal tun und zur selben Zeit wird die Nadel der Skalenscheibe B um 2 Positionen vorrücken. Letztere wird dann die Zahl 7 anzeigen, die auf die Zahl 5 in der Spalte der ersten Differenzen folgt. Wenn wir anschließend den Hammer der Skalenscheibe B schlagen lassen, wird die Nadel der Skalenscheibe A sieben Schläge registrieren und somit um sieben Markierungen weiter rücken. Diese 7 addiert zu der Zahl 9, die zuvor auf der Skalenscheibe markiert war, wird die Zahl 16 ergeben, welches die nächste auf 9 folgende Quadratzahl ist. Wenn wir alle diese Operationen beginnend mit der Nadel C, die unverändert auf der Markierung 2 stehen bleibt, nun noch einmal starten, so werden wir durch Wiederholungen nach und nach die Folge der ganzen Quadratzahlen durch einen sehr einfachen Mechanismus produzieren.
Das Theorem, auf dem die Konstruktion der eben beschriebenen Maschine beruht, ist ein spezieller Fall des folgenden, generelleren Theorems: In einem beliebigen Polynom mit m als der höchsten Potenz der Variablen, werde diese Variable in gleichmäßigen Schritten erhöht, die zugehörigen Werte des Polynoms werden errechnet und die ersten, zweiten, dritten &c Differenzen der Ergebniswerte gebildet (so, wie in der vorangegangenen Folge der Quadrate), die m. Differenzen werden alle denselben Wert haben. Um nun die Abfolge der Ergebniswerte des Polynoms durch einen Automaten errechnen zu lassen, der dem beschriebenen gleicht, genügt es, wenn dieser Automat über (m+1) Skalenscheiben verfügt, die in vorherigem Beispiel beschriebener Weise aufeinander einwirken. Da die Differenzen sowohl positiv, als auch negativ sein können, böte der Automat die Möglichkeit, jede Nadel entweder vor- oder rückwärts zu bewegen, abhängig vom positiven oder negativen Vorzeichen der auszuführen algebraischen Addition.
Wenn wir von einem Polynom übergehen zu einer Serie mit einer unendlichen Anzahl von Termen, in der die Potenzen der Variablen in aufsteigender Folge erscheinen, dann scheint es zunächst so, dass ein zur Berechnung dieser Funktion geeigneter Automat auch eine unendliche Anzahl von Skalenscheiben haben müsste, was ihn praktisch unrealisierbar machen würde. In vielen Fällen wird diese Schwierigkeit aber verschwinden, da wir für eine große Menge von Funktionen beobachten können, dass die sie repräsentierenden Serien eine Konvergenz zeigen; daher können wir uns für eine Näherung der Lösungen, die wir wünschen, die Berechnung auf eine bestimmte Anzahl von Termen der Serie beschränken und den Rest ignorieren können. Durch diese Methode wird die Frage auf den einfachen Fall eines Polynoms mit einer geringen Anzahl von Gliedern begrenzt. Deshalb können wir so auch die Abfolge der Logarithmen von Zahlen errechnen. Nun ist es aber so, dass in diesem speziellen Fall die Skalenscheiben um so schnell ansteigende Werte erhöht werden, dass der Grad der Näherung davon unweigerlich beeinflusst wäre. Dies nötigt uns, in bestimmten Abständen den Wert der Funktion mit anderen Methoden zu errechnen und die Ergebnisse dieser Rechnungen jeweils als Startwerte für eine Folge von weiteren Zwischenwerten vorzugeben, die der Automat errechnen soll. Wir sehen also, dass der Automat die Aufgaben der dritten Abteilung der Berechnungen, die im Abschnitt über die von der französischen Regierung in Auftrag gegebenen Zusammenstellung von Tabellen beschrieben wurde, übernehmen kann und so das ursprünglich gesetzte Ziel erreicht.
Dies ist die Natur der ersten Maschine, die Mr. Babbage erfand. Wir haben gesehen, dass sie beschränkt ist auf solche Fälle, in denen die gewünschten Ergebnisse durch simple Additionen oder Subtraktionen der Ausgangszahlen gewonnen werden können - dass der Automat gleichsam lediglich Ausdruck eines speziellen Theorems der Analysis ist und dass, kurz gesagt, seine Leistungen nicht derart ausgeweitet werden können, dass man damit die unendliche Anzahl von Fragen beantworten könnte, die sich im Gebiet der mathematischen Analysis auftun. Während Mr. Babbage das weite, unbeackerte Feld solcher Fragen betrachtete und dabei die Ansätze seines ersten Aufsatzes ausließ, entwickelte er den Plan eines anderen automatischen Systems, dessen Operationen eine allgemeine algebraische Notation in ihrem Inneren enthalten sollten. Er bezeichnet dieses System in seiner Beschreibung als die Analytische Maschine.
Nachdem der Ausgangspunkt der Problemstellung geklärt wäre, will ich nun die Prinzipien entwickeln, auf denen die Konstruktion seines neueren Automaten beruht. Wenn die Analysis bei der Lösung eines Problems eine Rolle spielt, dann gibt es normalerweise zwei Klassen von Operationen, die ausgeführt werden müssen: erstens die numerischen Berechnungen der verschiedenen Koeffizienten und zweitens deren Verteilungsverhältnis auf die Variable, auf die sie Einfluss nehmen. Wenn wir beispielsweise das Produkt zweier Binome (a+bx) (m+nx) erhalten wollen, dann wird das Produkt umgeformt zu: am + (an + bm) x + bnx2. In diesem Ausdruck errechnen wir zunächst am, an, bm und bn, bilden sodann die Summe an + bm und verteilen zuletzt die berechneten Koeffizienten an die zugehörigen Potenzen der Variablen x. Um diese Operationen mittels eines Automaten zu reproduzieren, muss dieser folglich über zwei grundsätzlich verschiedene Leistungsmerkmale verfügen: er muss erstens numerische Berechnungen ausführen können und die so erhaltenen Werte zweitens korrekt verteilen.
Würden diese beiden Teiloperationen den Eingriff eines Menschen als Betreiber des Automaten notwendig machen, so wäre unter den zwei Aspekten der Korrektheit und des Zeitvorteils jedoch nichts gewonnen. Die Maschine muss als weitere Voraussetzung daher in der Lage sein, selbständig alle aufeinander folgenden Operationen für die Lösung einer ihr gestellten Aufgabe zu erledigen, nachdem zunächst einmalig die numerischen Startbedingungen für ein spezifisches Problem vorgegeben wurden. Daher wird der Automat, nachdem er einmal mit der Art der Berechnung oder dem zu lösenden Problem instruiert wurde, durch die ihm innewohnende Leistungsfähigkeit alle Zwischenschritte selbsttätig ausführen, die zur angestrebten Lösung der Aufgabe führen, dabei jegliche Methoden wie Raten oder Ausprobieren unterlassen und ausschließlich auf direktem Weg die Berechnungen durchführen.
Diese Vorgabe ist notwendig, da die Maschine kein denkendes Wesen, sondern einfach eine Automatik ist, die nach ihr vorgegebenen Gesetzen handelt. Der fundamentale Grundsatz, als Ergebnis der frühesten Forschungen, die der Autor unternehmen musste, war der, dass ein Weg zur Division einer Zahl durch eine andere Zahl gefunden werden musste, der ohne die Methode des Ratens auskam, wie sie in den geläufigen Regeln der Arithmetik angezeigt ist. Die Schwierigkeiten eine solche Methode zu finden waren keineswegs gering zu nennen, doch hing der Erfolg aller weiteren Entwicklung von ihrer Entdeckung ab. Es ist mir unmöglich, hier den Vorgang zu beschreiben, mit dem dieses Ziel erreicht wurde, daher müssen wir uns darauf beschränken anzunehmen, dass die vier Grundrechenarten der Arithmetik - also Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division - in direkter Weise im Rahmen der Möglichkeiten einer Maschine ausgeführt werden können. Wenn wir dies voraussetzen, dann ist die Maschine folglich in der Lage, jeden Typus von numerischen Berechnungen auszuführen, der sich auf die eben genannten vier Rechenarten beschränkt. Um nachzuvollziehen, wie die Maschine die Rechenoperationen nach einer vorgegebenen Gesetzmäßigkeit durchführen kann, wollen wir zuerst eine Vorstellung davon vermitteln, wie diese Maschine die Zahlen mit ihren eigenen Mitteln darstellt.
Lassen sie uns nun einen Stapel oder eine senkrechte Spalte mit einer undefinierten Anzahl von runden Scheiben annehmen, die alle auf einer gemeinsamen Achse stecken, um die sie sich frei und einzeln drehen können. Wenn auf den Rand jeder dieser Scheiben die zehn Ziffern des numerischen Alphabets geschrieben sind, dann können wir durch eine Anordnung einer Serie dieser Scheiben aus derselben senkrechten Spalte jede beliebige Zahl darstellen. Es genügt für diesen Zweck, dass die erste Scheibe die Einer repräsentiert, die zweite die Zehner, die dritte die Hunderter und so fort. Nachdem zwei Zahlen in dieser Weise in zwei verschiedene vertikale Spalten eingeschrieben sind, können wir damit beginnen, sie arithmetisch miteinander zu kombinieren und die Ergebnisse in einer dritten Spalte erhalten. Generell könnten wir, wenn wir eine ganze Anzahl von solchen Scheibenstapeln haben, deren Spalten wir mit V0, V1, V2, V3, V4, &c bezeichnen wollen, etwa danach fragen, die Zahl in der Spalte V1 durch die Zahl in der Spalte V4 zu dividieren um das Ergebnis dann aus der Spalte V7 abzulesen. Um eine solche Operation zu bewirken, müssen wir die Maschine in zwei verschiedene Gruppen unterteilten: in der ersten Gruppe würde die Maschine für eine Division vorbereitet und in der zweiten würden sowohl die bei Spalten, auf die sich die Operation bezieht, wie auch die Spalte, in der das Ergebnis erscheinen soll, festgelegt. Wenn nach der Division zum Beispiel eine Addition zweier Zahlen aus zwei anderen Spalten erfolgen soll, dann müssen beide vorherigen Einstellungen gleichzeitig geändert werden. Wenn aber eine Folge von gleichartigen Operationen ausgeführt werden soll, kann die erste Einstellung unverändert bleiben und nur die zweite müsste verändert werden. Die Einstellungen, die den verschiedenen Bereichen der Maschine übermittelt werden müssten, wären also unterteilt in die beiden grundlegenden Klassen:
Erstens, die Klasse der Rechenoperationen.
Zweitens, die Klasse der Variablen.
Die zweite Klasse ist die, welche die Spalten bezeichnet, mit denen die Operation ausgeführt werden soll. Die Rechenoperationen werden von einem speziellen Apparat mit dem Namen Mühle ausgeführt, der selbst wiederum aus einer bestimmten Anzahl Spalten besteht, die denen der Variablen ganz ähnlich sind. Wenn zwei Zahlen miteinander kombiniert werden, startet die Maschine ein Kopie aus den Spalten, in denen die gewünschten Zahlen niedergelegt sind. Dabei erscheint die Null auf jeder Scheibe der zwei vertikalen Spalten, auf denen die Zahlen dargestellt waren und gleichzeitig werden die Ziffern in die Mühle transportiert. Dort arbeitet die Vorrichtung, die für die gewünschte Operation passend eingestellt wurde, diese Rechenoperation ab und überträgt, wenn sie damit fertig ist, das Ergebnis in die zuvor ausgewählte Ergebnisspalte. Die Mühle ist die arbeitende Abteilung der Maschine und die Spalten von Variablen sind der Teil, der zur Einstellung der Startwerte und zur Darstellung der Ergebnisse notwendig ist. Nach den vorangehenden Erklärungen können wir annehmen, dass alle nicht-ganzzahligen und irrationalen Ergebnisse in Form von Dezimalbrüchen dargestellt werden. Wenn wir für jede Spalte 40 Scheiben annehmen, dann ist dieser Umfang ausreichend für jeden im Allgemeinen notwendigen Grad von Näherung.
Nun wenden wir uns der Frage zu, wie die Maschine selbständig und ohne dass ein Mensch Hand anlegen muss, die aufeinander folgenden Einstellungen, die für die Operationen nötig sind, vornehmen kann. Die Lösung dieses Problems wurde von Jacquards Vorrichtung übernommen, die er zur Herstellung von Brokatstoffen in folgender Weise nutzte: —
Man unterscheidet bei gewebten Stoffen normalerweise zwischen zwei Sorten von Fäden: der eine ist der Kettfaden in der Längsrichtung, der andere der Schussfaden oder der rechtwinklige Faden, der von einem Instrument mit der Bezeichnung Schütze durch die vertikalen Kettfäden gekreuzt wird. Wenn ein Brokat-Stoff hergestellt werden soll, müssen bestimmte Fäden jeweils daran gehindert werden, den Schussfaden zu kreuzen. Die geschieht in einer Abfolge, die von der Art des Designs bestimmt ist, das wiedergegeben werden soll. Früher war dieser Prozess langwierig und schwierig und der Arbeiter am Webstuhl musste, indem er sich das zu kopierende Design einprägte, die Bewegungen der einzelnen Fäden selbst vornehmen. Dies bestimmte den hohen Preis dieser Art von Stoffen, speziell solcher Stoffe mit verschiedenfarbigen Fäden. Um die Herstellung zu vereinfachen entwickelte Jacquard einen Plan, wie jede Gruppe von zusammengehörigen Fäden mit einem eigenen Hebel, der jeweils nur für diese eine Gruppe wirkte, bewegt werden konnten. Alle Hebel enden in Stäben, die üblicherweise zu einem Parallelepiped-Bündel mit rechteckiger Grundfläche zusammengefasst werden. Die Stäbe sind zylindrisch und vom jeweiligen Nachbarn durch einen kleinen Abstand getrennt. Der Vorgang des Anhebens von Kettfäden lässt sich so auf die Bewegung der verschiedenen Hebelarme in vorgegebener Anordnung reduzieren. Um dies zu bewirken, nimmt man ein rechteckiges Stück Pappdeckel, das ein wenig größer als die Grundfläche einer Gruppe von solchen Bündeln aus Stäben ist. Wird dieser Pappdeckel an der Abschlussfläche des Bündels angebracht, können sich durch eine Vorwärtsbewegung desselben alle Stäbe eines Bündels gleichzeitig bewegen und somit auch die Kettfäden, die mit jedem Stab verbunden sind. Wenn aber der Pappdeckel nun nicht glatt, sondern an ausgewählten Stellen auf denen Stäbe ruhen, durchlöchert ist, dann können diese Stäbe während der Vorwärtsbewegung der Pappe durch Löcher hindurch gleiten und so an ihren Plätzen verbleiben. Wir sehen, dass es einfach ist, die Position der Löcher in dem Pappdeckel so festzulegen, dass zu jedem gegebenen Moment eine bestimmte Anzahl von Hebeln und folglich Gruppen von Kettfäden angehoben sind, während der Rest unverändert bleibt. Wenn dieser Prozess schrittweise mit den Regeln für ein auszuführendes Muster wiederholt wird, verstehen wir, wie dies ein Muster auf dem Stoff ergibt. Zu diesem Zweck benötigen wir lediglich eine Zusammenstellung von Pappkarten, die nach der Abfolgeregel des Musters eine nach der anderen angeordnet sind. Führt man diese verbundenen Pappkarten nun über einen eckigen Holm, der so mit dem Webstuhl verbunden ist, dass er bei jedem Schuss des Schützen eine neue Karte vorlegt, die anschließend gleichmäßig gegen das Bündel von Hebelarmen gedrückt wird, so wird die Aufgabe des Anhebens der Kettfäden regelmäßig ausgeführt. Nun sehen wir, wie Brokat-Stoffe mit einer Präzision und Geschwindigkeit hergestellt werden können, die zuvor schwer erreichbar war.
Anordnungen ähnlich wie die eben beschriebene wurden auch bei der Analytischen Maschine angewandt. Sie enthält zwei prinzipiell verschiedene Typen von Karten: erstens Operations-Karten, durch die Teile der Maschine so eingestellt werden, dass sie eine bestimmte Abfolge von Rechenoperationen festlegen, wie Additionen, Subtraktionen, Multiplikationen und Divisionen; zweitens Variablen-Karten, die bestimmen in welche Spalten die Eingaben und Ergebnisse darzustellen sind. Während der Bewegung dieser Karten stellen sie verschiedene Teile der Maschine entsprechend der Art des Vorgangs ein, den sie bewirken sollen und die Maschine führt zur selben Zeit diese Vorgänge mit den verschiedenen Teilen, die ihren Mechanismus ausmachen, aus.
Um diese Sache besser zu verstehen, wollen wir als Beispiel die Lösung von zwei Gleichungen ersten Grades mit zwei Unbekannten wählen. In den folgenden beiden Gleichungen seien x und y die unbekannten Größen: —
Wir leiten daraus ab
und für y die entsprechende Gleichung. Weiterhin sollen V0, V1, V2, &c. die verschiedenen Spalten bezeichnen, welche die Zahlenwerte enthalten. Lassen sie uns annehmen, dass die ersten acht Spalten ausgewählt wurden, um folgende Zahlen zu repräsentieren: m, n, d, m', n', d', n und n', mit V0=m, V1=n, V2=d,
V3=m', V4=n', V5=d', V6=n,
V7=n'.
Die Abfolge von Operationen, die durch die Karten bestimmt werden, sowie die Ergebnisse der Operationen, können in folgender Tabelle dargestellt werden: —
Da die Karten nichts weiter machen, als die Art und Weise zu beschreiben, in der die Maschine festgelegte Spalten bearbeitet, wird klar, dass wir die numerischen Werte für jeden speziellen Fall einstellen müssen. Im ausgewählten Beispiel müssen wir die Zahlenwerte von m, n, d, m', n', d' in der Reihenfolge der bezeichneten Spaltennummern einstellen und die Maschine wird nach Inbetriebnahme den Wert der Unbekannten x für diesen speziellen Fall ergeben. Um den Wert für y zu erhalten, ist eine weitere Folge von Operationen notwendig, die ganz ähnlich den vorangegangenen ablaufen muss. Aber wir sehen, dass nur vier weitere Operationen notwendig sind, da der Nenner des Ausdrucks für y, abgesehen vom Vorzeichen, derselbe ist wie der für x, nämlich n'm-nm'. In der obigen Tabelle sind in der Spalte für die Operationen vier aufeinander folgende Multiplikationen ausgewiesen, danach zwei Subtraktionen und schließlich eine Division. Daher benötigen wir, wenn wir es so wollen, lediglich drei Operations-Karten. Um dies zu erreichen genügt es, in die Maschine eine Vorrichtung einzuführen, die zum Beispiel nach der ersten Operation die Karte, die diese Operation bezeichnet, so lange nicht durch die nächste Karte ersetzt, bis dieselbe Operation vier Mal wiederholt wurde. Im vorangegangenen Beispiel haben wir gesehen, dass wir, um den Wert von x zu finden, die Koeffizienten m, n, d, m', n' und d' in insgesamt acht Spalten eintragen mussten und dabei n und n' zweimal einzugeben hatten. Wenn wir y nach derselben Methode berechnen wollten, würde die Berechnung zwölf verschiedene Spalten für die Koeffizienten benötigen. Dieser Prozess lässt sich aber vereinfachen und es lässt sich so die Wahrscheinlichkeit verringern, dass bei der wiederholten Eingabe von denselben Werten in verschiedene Spalten, noch vor dem Start der Maschine, Fehler gemacht werden. Um diese Vereinfachung zu verstehen, müssen wir uns erinnern, dass jede Zahl, die in eine Spalte eingetragen wurde, vor der arithmetischen Kombination mit einer anderen Zahl aus ihrer eigenen Spalte in die Mühle kopiert werden muss. Im diskutierten Beispiel nähmen wir die beiden Koeffizienten m und n', die beide in jeweils zwei verschiedenen Produkten vorkommen, nämlich m in mn' sowie md' und n' in mn' sowie n'd. Diese Koeffizienten werden in den Spalten V0 und V4 voreingestellt. Wenn wir die Serie der Operationen mit dem Produkt von m mal n' beginnen lassen, werden diese beiden Zahlen aus ihren Spalten V0 und V4 in die Mühle übertragen, die sie dann multiplizieren und die das Ergebnis danach in eine Spalte, zum Beispiel in V6, ausgeben wird. Da diese beiden Zahlen in einer weiteren Operation noch einmal verwandt werden, könnte die Mühle, während sie das Produkt berechnet, sie gleichzeitig wiederum in zwei beliebige Spalten kopieren, die von den Karten festgelegt werden. Im aktuellen Fall gibt es keinen Grund, warum die Zahlen nicht in ihren ursprünglichen Spalten erscheinen sollten. Wir nehmen also an, dass sie wiederum in V0 und V4 erscheinen. Kurz gesagt würden sie nicht am Ende der Operation verschwinden ohne wieder aufzutauchen, bis sie für alle Kombinationen, die sie benötigten, zur Verfügung standen.
Wir sehen nun, wie die komplette Zusammenstellung der benötigten Operationen für die zuvor bezeichneten beiden Gleichungen ersten Grades vollständig mit der folgenden Tabelle beschrieben werden könnte: —
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Um die Wahrscheinlichkeit von Falscheingaben der numerischen Daten eines Problems zu minimieren, werden diese nacheinander in eine der Spalten der Mühle übertragen. Diese Daten werden dann nacheinander mittels für diesen Zweck vorgesehener Karten auf die gewünschten Spalten platziert, ohne dass der Betreiber diesem Vorgang Beachtung widmen müsste. Der Mensch kann sich mit ungeteilter Aufmerksamkeit einfach der Eingabe dieser Zahlen widmen.
Im Anschluss an diese Beschreibung erkennen wir, dass sich die Zusammenstellung der Spalten mit Variablen wie ein Zahlenspeicher darstellt, der von der Mühle aufgefüllt wird und der mittels Karten der Maschine vorgegebenen Regeln, diese Zahlen abwechselnd vom Speicher in die Mühle und von der Mühle in den Speicher überträgt, während sie gleichzeitig Umwandlungen entsprechend der Art der vorgesehenen Berechnungen unterliegen.
Bis dato wurden mögliche Vorzeichen der Ergebnisse nicht erwähnt und die Maschine wäre bei weitem nicht perfekt, wenn sie nicht in der Lage wäre, positive wie negative Zahlen miteinander zu kombinieren und darzustellen. Um dieses Ziel zu erreichen gibt es über jeder Spalte, sowohl in der Mühle, wie auch im Speicher, eine den anderen Scheiben einer Spalte ganz ähnliche Scheibe. Je nachdem, ob die Ziffer dieser Scheibe gerade oder ungerade ist, wird die in dieser Spalte eingetragene Zahl entweder als positive oder negative Zahl betrachtet. Mit diesem Vorwissen können wir nachvollziehen, wie die Vorzeichen in der Maschine algebraisch kombiniert werden. Wenn eine Zahl aus dem Speicher in die Mühle übertragen werden soll oder vice versâ, wird sie, in der zuvor beschriebenen Weise durch Karten bestimmt, immer zusammen mit ihrem Vorzeichen kopiert. Nun werden zwei beliebige Zahlen, auf die wir nun eine arithmetische Operation anwenden wollen, zusammen mit ihren jeweiligen Vorzeichen in der Mühle platziert. Nehmen wir an, wir wollten sie zunächst addieren, das heißt die Operations-Karten legen eine Addition fest: wenn beide Zahlen dasselbe Vorzeichen haben, so wird eine der beiden Zahlen vollständig von dort kopiert, wo sie eingeschrieben war und wird sich zu der Spalte, die die zweite Zahl enthält, hinzu addieren. Die Maschine wird während dieser Operation mit Hilfe einer bestimmten Vorrichtung in der Lage sein, jegliche Bewegung der Scheibe für das Vorzeichen in der Spalte, in der die Addition ausgeführt wird, zu verhindern und daher wird das Ergebnis dasselbe Vorzeichen wie die beiden vorgegebenen Zahlen anzeigen. Falls die beiden Zahlen verschiedene Vorzeichen haben, wird die von der Operations-Karte bestimmte Addition durch den Eingriff einer Vorrichtung, die von den unterschiedlichen Vorzeichen aktiviert wird, in eine Subtraktion umgewandelt. Da eine Subtraktion nur von der größeren der beiden Zahlen möglich ist, muss dafür Sorge getragen werden, dass die Scheibe mit dem Vorzeichen der größeren Zahl sich nicht bewegen kann, während die kleinere der beiden Zahlen aus ihrer Spalte kopiert und von der anderen subtrahiert wird, sodass als Vorzeichen das der größeren Zahl erhalten bleibt, wie es in der Tat sein muss. Die Vorzeichen-Kombinationen, die bei der algebraischen Subtraktion auftreten, sind entsprechend des zuvor beschriebenen. Lassen sie uns weiter gehen zur Multiplikation. Wenn zwei Zahlen gleichen Vorzeichens miteinander multipliziert werden, dann ist das Resultat ebenfalls positiv. Unterscheiden sich die beiden Vorzeichen, dann muss das Produkt negativ sein. Damit die Maschine diese Gesetzmäßigkeit einfach umsetzen kann, betrachten wir lediglich die Spalte, in der das Produkt der beiden Zahlen erscheint: die Ziffer, welche das Vorzeichen des Ergebnisses anzeigt, wird durch eine Addition der Vorzeichen-Ziffern der beiden ausgewählten Zahlen bestimmt. Es ist offensichtlich, dass wenn die Ziffern der Vorzeichen beide gerade oder beide ungerade waren, ihre Summe eine gerade Ziffer ist und somit eine positive Zahl bezeichnet. Wenn aber von den Ziffern der Vorzeichen die eine gerade und die andere ungerade ist, dann wird auch ihre Summe eine ungerade Ziffer sein und somit eine negative Zahl anzeigen. Im Falle der Division müssen die Ziffern der Scheiben voneinander subtrahiert, statt zueinander addiert werden, was zu Ergebnissen analog des zuvor Beschriebenen führt. Wenn also die Ziffern beide gerade oder beide ungerade sind, ist das Ergebnis der Subtraktion gerade, andernfalls wird es ungerade sein. Wenn ich hier entweder von der Addition oder der Subtraktion der Ziffern spreche, welche die Vorzeichen repräsentieren, dann meine ich damit lediglich, dass sich die eine der Vorzeichen-Scheiben um die Anzahl von Positionen, die von der Ziffer der anderen Vorzeichen-Scheibe dargestellt werden, entweder vorwärts oder rückwärts bewegt. Die vorangehende Erklärung zeigt uns, dass es möglich ist, die Vorzeichen von zwei Größen mechanisch so zu kombinieren, dass wir die in der Algebra festgelegten Ergebnisse erhalten.
Die Maschine ist nicht nur in der Lage, die Art numerischer Berechnungen durchzuführen, die auf einer gegebenen algebraischen Gleichung beruhen. Sie ist vielmehr auch für analytische Berechnungen mit einer oder mehreren Variablen geeignet. Wir müssen davon ausgehen, dass die zu bearbeitende analytische Gleichung in eine Potenzgleichung der Variablen umgeformt werden kann oder in eine Gleichung bestimmter Funktionen derselben Variablen, wie etwa der Kreisfunktionen. Gleiches gilt für das gewünschte Ergebnis. Wenn wir annehmen, die jeweiligen Potenzen einer Variablen seien oberhalb der Spalten des Speichers in einer Weise notiert, wie sie sich aus den vorgegebenen Regeln der umgeformten Gleichung ergeben, dann können die Koeffizienten der verschiedenen Terme jeweils in der zugehörigen Spalte darunter platziert werden. Auf diese Art erhalten wir die Darstellung einer analytischen Entwicklung und indem wir einige der sie bildenden Terme als unveränderlich ansehen, wird die Problemstellung darauf reduziert, ihre Koeffizienten entsprechend der Gesetzmäßigkeiten in der Art der Frage zu errechnen. Um diesen Sachverhalt klarer darzustellen, nehmen wir folgendes sehr einfache Beispiel an, in dem wir (a + bx¹) mit (A + B cos¹ x) multiplizieren wollen. Wir beginnen damit, die Funktionen x0, x¹, cos0 x und cos¹ x über den Spalten V0, V1, V2 und V3 einzutragen. Aus der Form der beiden zu kombinierenden Funktionen ergibt sich die Art der folgenden, ihre Produkte ausmachenden Terme: x0·cos0 x, x0·cos¹ x, x¹·cos0 x und x¹·cos¹ x, die wir oberhalb der Spalten V4, V5, V6 und V7 eintragen. Die vorgegebenen Koeffizienten für x0, x¹, cos0 x und cos¹ x werden mit Hilfe der Mühle in die Spalten V0, V1, V2 sowie V3 übertragen. Damit sind die einfachen Daten des Problems eingestellt. Die Aufgabe der Maschine ist es nun, die Lösungen des Problems zu erarbeiten, also die Koeffizienten zu finden, die in den Spalten V4, V5, V6 und V7 erscheinen müssen. Um dies zu erreichen, geben wir die nach den bekannten Regeln zur Bildung dieser Koeffizienten erstellten Karten in folgender Tabelle an: —
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Nun wird verständlich, wie das Prinzip der zuvor beschriebenen Entwicklung ganz allgemein für jede Art von Vorgang angewandt werden kann, der sich als eine Abfolge solcher Berechnungen darstellen lässt. Es genügt, dass die Gesetzmäßigkeiten zur Bildung der Koeffizienten bekannt sind und dass diese Gesetzmäßigkeiten mittels Karten der Maschine eingegeben werden, welche sodann alle notwendigen Berechnungen selbständig durchführen und das gesuchte Ergebnis errechnen wird. Wenn beispielsweise eine periodische Folge vorliegt, deren Koeffizienten alle gleichförmig aufgebaut sind, dann können die Operationen für einen der Koeffizienten für alle anderen wiederholt werden. Es wird lediglich eine Veränderung in den von der Operation betroffenen Stellen geben. Anders gesagt werden die Operationen mit wechselnden Spalten ausgeführt. Da ganz allgemein jeder analytische Ausdruck dazu geeignet ist, durch eine geordnete Serie von bestimmten Funktionen der Variablen dargestellt zu werden, verstehen wir auch, warum die Maschine zu all den analytischen Berechnungen fähig ist, deren Gleichungen zu einer durch bestimmte Gesetzmäßigkeiten vorgegebenen Anordnung und Verteilung von Koeffizienten auf die Variablen umgeformt werden können.
Wir können aus diesen Erklärungen nun die folgende wichtige Konsequenz herleiten, dass diese Karten, die lediglich die Natur der auszuführenden Operationen und die Spalten der in der Berechnung zu nutzenden Variablen beschreiben, in sich selbst die generelle Anwendbarkeit der Analysis bergen, für die sie in der Tat nichts weiter als eine Übersetzung darstellen. Wir wollen nun weiterhin einige der Schwierigkeiten untersuchen, welche die Maschine auflösen muss, falls sie den komplette Bereich der Analysis umfassen soll. Es existieren bestimmte Funktionen, die im Nulldurchgang oder im Unendlichen ihre Natur verändern oder deren Werte für den Durchgang durch diese Grenzen nicht angebbar sind. Wenn solche Fälle eintreten, kann die Maschine mit Hilfe einer Glocke ein Signal geben, dass ein solcher Durchgang durch Null oder Unendlich stattfindet und anhalten, bis der Betreiber eine andere Aufgabe eingestellt hat und sie wieder in Betrieb setzt. Wenn dieser Prozess vorauszusehen war, kann die Maschine statt zu läuten sich auch selbst so neu einstellen, dass eine neue Folge von Karten für den Fall vorgelegt wird, dass ein Durchgang durch Null oder Unendlich erfolgt. Diese neuen Karten können den vorherigen direkt folgen, werden aber nur dann ins Spiel gebracht, falls der eine oder der andere der beiden vorgenannten Fälle eintritt.
Lassen Sie uns einen Term der Form abn annehmen. Da die Karten nichts als eine Übersetzung der analytischen Formel darstellen, muss ihre Anzahl in diesem speziellen Fall für jeden beliebigen Wert von n gleich bleiben (wir nehmen für den Moment an, dass n eine ganze Zahl ist). Anders gesagt ist n die Anzahl der Multiplikationen, die notwendig ist, um b zur n. Potenz zu erheben. Der Exponent n bezeichnet also, dass b genau n mal mit sich selbst multipliziert werden muss und da all diese Operationen von der gleichen Art sind genügt es, eine einzelne Operations-Karte dafür einzusetzen, welche die Multiplikation festlegt.
Wenn aber n in diesem speziellen Fall berechnet werden soll, muss die Maschine als weitere Einschränkung die Anzahl der Multiplikationen entsprechend der vorgegebenen Werte begrenzen. Der Vorgang könnte in folgender Weise angelegt werden. Die drei Zahlen a, b und n werden in drei verschiedene Spalten des Speichers eingetragen, die wir mit V0, V1, V2 bezeichnen wollen. Das Ergebnis abn selbst soll in der Spalte V3 erscheinen. Nachdem die Zahl n der Maschine eingegeben wurde, wird eine Karte eine spezielle Register-Vorrichtung veranlassen, (n-1) anzuzeigen und zur selben Zeit die Multiplikation von b mal b ausführen. Wenn diese Multiplikation beendet ist, wird die Register-Vorrichtung eine Einheit subtrahiert haben und nun nur noch (n-2) anzeigen, während die Maschine wiederum die Zahl b aus der Spalte V1 mit dem Produkt b2 in der Spalte V3 multiplizieren wird, was sodann b3 ergibt. Eine weitere Einheit wird von Register-Vorrichtung subtrahiert und derselbe Prozess wird fortwährend wiederholt, bis die Anzeige Null erreicht ist. Es wird folglich die Zahl bn in der Spalte V3 eingetragen sein, wenn die Maschine im weiteren Ablauf der Operationen das Produkt von bn und a anfordert. Die gewünschte Berechnung wird also ausgeführt, ohne dass die Anzahl der Operations-Karten abhängig vom Wert von n variiert werden muss. Wenn n negativ wäre, würden die Karten statt der Multiplikation von a mit bn die Division von a durch bn anfordern. Wir können dies leicht nachvollziehen, da jede Zahl mit ihrem zugehörigen Vorzeichen eingetragen ist und folglich Einfluss auf die Art der auszuführenden Operation nehmen kann. Schließlich ist für den Fall, dass n ein Bruch der Form p/q ist, eine weitere Spalte für die Eintragung des Wertes von q notwendig und die Maschine würde zwei Gruppen von Abläufen ausführen: den ersten, um b zur Potenz p zu erheben und den zweiten, um die q. Wurzel aus der so erhaltenen Zahl zu ziehen.
In einem weiteren Beispiel könnte es notwendig werden, einen Ausdruck der Form ax m+bx n mit einem zweiten der Form Ax p+Bx q zu multiplizieren und das Produkt auf die kleinste Anzahl von Termen mit gleichen Indizes zu reduzieren. Wenn beide Faktoren nach x sortiert werden, dann wäre das in allgemeiner Form dargestellte Ergebnis der Multiplikation gleich Aax m+p+Abx n+p+Bax m+q+Bbx n+q. Bis zu diesem Punkt liegt in dem Vorgehen keine besondere Schwierigkeit, aber nehmen wir nun einmal an, dass wir m=p und n=q haben und dass wir die beiden mittleren Terme zu einem einzigen (Ab+Ba)x m+q zusammenziehen wollen. Für diesen Zweck könnten die Karten angeben, dass m+q und n+p in die Mühle übertragen und dort voneinander subtrahiert werden sollen. Wenn kein Rest bleibt, wie im Falle der aktuellen Annahme, dann wird die Mühle durch die nächsten Karten aufgefordert, die beiden Koeffizienten Ab und Ba zu addieren und sie in diesem Stadium als Koeffizienten für den einzigen Term x n+p=x m+q zu verwenden.
Dieses Beispiel legt nahe, wie die Karten all die Operationen wiedergeben können, die auch ein Intellekt ausführt, um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen, wenn nur die Operationen selbst präzise genug definiert werden können.
Lassen Sie uns nun den folgenden Ausdruck untersuchen: —
der, wie wir wissen, gleich dem Verhältnis des Umfangs zum Durchmesser eines Kreises wird, wenn n unendlich wird. Wir können die Maschine auffordern, nicht nur die Berechnung dieser Bruchdarstellung durchzuführen, sondern auch anzuzeigen, wann der Wert gleich dem Verhältnis von Umfang zu Durchmesser wird, also dem nicht berechenbaren Fall, wenn n gegen Unendlich geht. Beachten Sie hierbei, dass wir die Maschine somit auffordern, ein ihr selbst unbekanntes und unzugängliches Ergebnis zu interpretieren, da sie ja kein denkendes Wesen ist. Trotzdem könnte, wenn wir den Kosinus von n=1/0 vorhergesehen haben, eine Karte die Einsetzung des bekannten Wertes von
(
ist das Verhältnis von Umfang zu Durchmesser) festlegen, ohne dass die unendliche Abfolge von Berechnungen ausgeführt würde. Dies zu erreichen würde lediglich voraussetzen, dass die Maschine eine spezielle Karte enthalten kann, deren Aufgabe es ist die Zahl
in direkter und unabhängiger Weise in einer Spalte zu platzieren, die auf der Karte angegeben ist. An dieser Stelle wollen wir nun eine dritte Art von Karten einführen, die wir Zahlen-Karten nennen können. Es gibt bestimmte Zahlen, so wie jene, die das Verhältnis von Umfang zu Durchmesser beschreibt, wie die Bernoulli-Zahlen &c., die häufiger in Berechnungen vorkommen werden. Um die Notwendigkeit einer bei jeder Verwendung neuerlichen Berechnung dieser Zahlen zu vermeiden, können bestimmte Karten kombiniert werden, die solche vorgefertigten Zahlen in die Mühle eingeben, von wo sie hernach in den für sie bestimmten Spalten des Speichers platziert werden. Durch diese Möglichkeit wird die Maschine zugänglich für Vereinfachungen in der Art einer Anwendung von numerischen Tabellen. Genauso wäre es mit Hilfe dieser Karten möglich, die Logarithmen von Zahlen einzuführen, aber vielleicht wäre das im Falle der Logarithmen nicht die kürzeste oder passendste Methode, da die Maschine in der Lage sein könnte, die Berechnungen in viel rascheren Kombinationen auszuführen, die sie auf Grund ihrer Geschwindigkeit bei der Ausführung der vier Grundrechenarten erreicht. Um einen Eindruck von dieser Geschwindigkeit zu vermitteln, müssen wir nur erwähnen, dass Mr. Babbage angibt mit seiner Maschine innerhalb von drei Minuten die Multiplikation zweier Zahlen mit je zwanzig Ziffern ausführen zu können.
Vielleicht erscheint Ihnen die für die Berechnung einiger eher komplizierter Probleme notwendig werdende immense Anzahl von Karten als eine Hürde, aber dieser Schein trügt. Es gibt keine Grenze für die Anzahl an Karten, die eingesetzt werden können. Bestimmte Stoffe benötigen für ihre Herstellung mehr als zwanzigtausend Karten und wir können selbst diese Menge fraglos noch weit überschreiten.
In einer Zusammenfassung dessen, was wir über die Funktion der Analytischen Maschine erläuterten, können wir nun abschließend sagen, dass sie auf zwei Prinzipien basiert: erstens auf dem Faktum, dass jede arithmetische Berechnung im Endeffekt auf den vier Grundrechenarten — Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division — beruht, sowie auf der zweitens bestehenden Möglichkeit, jede analytische Berechnung in eine zur Ermittlung der Koeffizienten für mehrere Terme einer bestimmten Folge notwendige Rechnung um zu formen. Wenn dieses zweite Prinzip gilt, dann liegen alle Operationen der Analysis innerhalb der Fähigkeiten der Maschine. Aus einem anderen Blickwinkel gesehen ermöglichen die Karten eine so allgemeine Anwendbarkeit der Maschine, die der von algebraischen Formeln entspricht, da solche Formeln schlicht die Art und Anordnung der Operationen vorgeben, die zum Erreichen eines bestimmten Ergebnisses notwendig sind und da die Karten der Maschine lediglich genau solche Operationen vorgeben. Einzig die numerischen Daten eines konkreten Problems müssen im Einzelfall eingegeben werden, damit die Mechanismen für jede beliebige Aufgabe danach in Aktion treten können. Daher kann man dieselbe Folge von Karten für all die Fragen, deren gleichartige Natur nichts weiter als geänderte numerische Daten erfordert, wiederholt einsetzen. In diesem Lichte betrachtet stellen die Karten nicht mehr als eine Übersetzung der algebraischen Formeln dar oder, um es besser zu formulieren, eine neue Form der analytischen Notation.
Da die Maschine eine Betriebsart hat, in der sie in besonderer Weise auf sich selbst reagiert, wird es in jedem Einzelfall notwendig sein, die Abfolge der Berechnungen so anzuordnen, dass sie sich an den Fähigkeiten der Maschine orientiert. Dieser oder jener Prozess mag für einen menschlichen Rechner zwar sehr leicht, für die Maschine aber langwierig und kompliziert sein oder auch vice versâ.
Da in allgemeinster Betrachtungsweise die wesentliche Aufgabe der Maschine darin liegt, vorgegebenen Gesetzen folgende Berechnungen von numerischen Koeffizienten durchzuführen und diese dann auf die passenden Spalten der Variablen zu verteilen, folgt daraus, dass die Interpretation der Formeln und der Ergebnisse jenseits ihrer Möglichkeiten liegt, es sei denn, dass eine solche Interpretation selbst vermittels Gleichungen in den von der Maschine angewandten Symbolen möglich wäre. So ist die Maschine zwar nicht ein denkendes Wesen, aber doch ein Wesen, das intelligente Konzept durchführen kann. Die Karten sind Ausdruck dieser Konzepte und übertragen die zur Umsetzung notwendigen Aufträge an die verschiedenen Verkettungen von Mechanismen, die diese Maschine ausmachen. Wenn diese Maschine einmal konstruiert sein wird, besteht die verbleibende Schwierigkeit darin, die notwendigen Karten zu erstellen. Da diese aber lediglich Übersetzungen von algebraischen Formeln sind, wird es durch eine einfache Notation möglich sein, diese Aufgabe einem Arbeiter zu übertragen. Die gesamte intellektuelle Arbeit wird sich auf die Vorbereitung der Formeln beschränken, die für eine Berechnung durch die Maschine angepasst werden müssen.
Wenn wir nun zugeben, dass eine solche Maschine konstruiert werden kann, dann können wir fragen: Wozu wird sie dienen? Wir rekapitulieren noch einmal die Vorzüge. Erstens: perfekte Korrektheit. Wir wissen, dass numerische Berechnungen generell den Stolperstein bei der Lösung von Problemen darstellen, da sich leicht Fehler einschleichen und es bei weitem nicht immer leicht ist, diese Fehler hernach aufzudecken. Die Maschine aber bietet durch ihre besondere Natur des Abarbeitens von Operationen, ohne die Notwendigkeit von menschlichem Eingreifen, jede Voraussetzung für Korrektheit. Zusätzlich enthält sie eine eigene Überprüfung, da sie am Ende jeder Operation nicht nur die Ergebnisse, sondern ebenso die numerischen Daten der Fragestellung ausgibt, was eine Überprüfung der Korrektheit der gestellten Frage einfach macht. Zweitens: die Zeitersparnis. Um uns selbst davon zu überzeugen, brauchen wir uns nur zu erinnern, dass die Multiplikation zweier Zahlen, bestehend aus je zwanzig Ziffern, längstens drei Minuten benötigt. Weiterhin kann die Maschine, wenn sie eine längere Folge von identischen Berechnungen ausführen soll, wie sie für die Erstellung von numerischen Tabellen benötigt wird, dazu gebracht werden, mehrere Ergebnisse zur selben Zeit zu liefern, was die Anzahl der Vorgänge insgesamt deutlich verkürzen wird. Drittens: Intelligenz-Optimierung. Schon für eine einfache arithmetische Berechnung muss die durchführende Person einige Fähigkeiten besitzen und wenn wir zu komplizierteren Berechnungen übergehen und algebraische Formeln in speziellen Fällen nutzen wollen, setzt dies mathematische Studien zur Aneignung von Wissen in bestimmtem Umfang voraus. Die Maschine aber, mit ihrer Fähigkeit all diese rein mechanischen Operationen durchzuführen, erspart diese intellektuelle Arbeit, die daher profitabler eingesetzt werden kann. Die Maschine kann als eine regelrechte Ziffernfabrik angesehen werden, die ihre Hilfe den vielen nützlichen Wissenschaften und Künsten offeriert, welche von Zahlen abhängig sind. Wer aber kann die Konsequenzen einer solchen Erfindung wirklich voraussehen? In Wahrheit mag es viele wunderbare Beobachtungen für den Fortschritt der Wissenschaften geben, die wegen der fehlenden Leistung zur Berechnung von Ergebnissen praktisch blockiert sind! Und bedenken wir, welche Entmutigung die Aussicht auf eine langwierige und trockene Berechnung für einen genialen Geist bedeutet, der seine Zeit ausschließlich mit Nachdenken verbringen will und sie stattdessen von der Notwendigkeit zu routinemäßigen Operationen gestohlen sieht! Doch nur durch den arbeitsreichen Weg der Analysis kann er die Wahrheit finden. Er kann sie nur durch die Führung der Zahlen verfolgen, weil wir ohne die Zahlen den Schleier, der die Mysterien der Natur verdeckt, nicht lüften können. Die Realisierung der Idee der Konstruktion einer solchen Apparatur, welche menschliche Schwächen in diesem Forschungsbereich ausgleicht, würde eine glorreiche Epoche in der Geschichte der Wissenschaften einläuten. Die Pläne für all die verschiedenen Teile und für all die Räderwerke, die diese immense Apparatur ausmachen, sind ausgearbeitet und ihre Abläufe sind untersucht, aber sie sind noch nicht vollständig in den Zeichnungen und in der mechanischen Beschreibung zusammengefasst. Die Zuversicht, welche die Genialität von Mr. Babbage auslösen muss, bietet hinreichend Grund für die Hoffnung, dass diese Unternehmung von Erfolg gekrönt sein wird und sie bietet Anlass dafür, die Sehnsucht nach der Umsetzung dieses Projektes zu nähren, während wir der sie ausführenden Intelligenz unsere Huldigung versichern.
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| Ada Augusta, Herzogin von Lovelace |
Die spezielle Funktion, deren Integral zu errechnen die Differenzmaschine konstruiert wurde, ist:
Der Zweck, für den die Maschine ausdrücklich erdacht und den zu erreichen sie angepasst wurde, war die Berechnung von nautischen und astronomischen Tabellen. Das Integral von
| ist | uz = a+bx+cx2+dx3+ex4+fx5+gx6, |
wobei die Konstanten a, b, c, &c. auf den sieben Spalten der Scheiben, aus denen die Maschine besteht, eingestellt werden. Die Maschine kann daher akkurat und unbegrenzt alle Reihen berechnen, deren genereller Term in der obigen Formel enthalten ist. Sie kann ferner näherungsweise zwischen größeren oder kleineren Intervallen bei solchen Reihen tabellieren, die der Methode der Differenzen zugänglich sind.
Im Gegensatz dazu ist die Analytische Maschine nicht bloß für das Tabellieren der Ergebnisse einer einzigen, speziellen Funktion ausgelegt, sondern vielmehr für die Entwicklung und Tabellierung beliebiger Funktionen. Die Maschine könnte tatsächlich als die manifestierte Umsetzung einer beliebigen Funktion jedweden Grades von Generalität und Komplexität beschrieben werden, so wie zum Beispiel
was, wie wir sehen werden, eine Funktion aller möglichen anderen Funktionen von beliebigen Größen ist.
In einem bestimmten Zustand der Maschine, den wir den neutralen oder den Null-Zustand nennen können, ist sie bereit, durch die Vorgabe von Karten, die einen Teil ihres Mechanismus ausmachen (und die dem Prinzip der Karten des Jacquard-Webstuhls entsprechen), die speziellen Funktionen, die wir entwickeln oder tabellieren wollen, entgegen zu nehmen. Diese Karten enthalten (in einer Weise, die im Memorandum selbst erklärt ist) die Gesetzmäßigkeiten zur Entwicklung einer bestimmten Funktion, die untersucht werden kann und sie veranlassen den Mechanismus dazu, in einer bestimmten, korrespondierenden Reihenfolge zu agieren. Einer der einfachsten Fälle wäre zum Beispiel anzunehmen, dass
die spezielle Funktion sei:
welche die Differenzmaschine nur für Werte von n bis zu 7 tabelliert. Im hier vorliegenden Fall würden die Karten den Mechanismus veranlassen, folgende Sequenz von Operationen zu tabellieren
in der n jede beliebige Zahl sein kann.
Die Karten haben aber noch nichts mit der Festlegung der spezifischen numerischen Daten zu tun. Sie bestimmen lediglich die zu bewirkenden Operationen, die selbstverständlich auf eine unendliche Vielfalt von speziellen numerischen Werten angewandt werden können, die aber selbst keine definierten numerischen Ergebnisse liefern, bis die numerischen Daten des Problems in die entsprechenden Abteilungen des Mechanismus eingegeben wurden. Im obigen Beispiel wäre der erste, wesentliche Schritt zu einem arithmetischen Ergebnis das Ersetzen der spezifischen Werte für n, sowie für die weiteren Grundwerte, die in die Funktion eingehen.
Lassen Sie uns nun annehmen, dass wir für F zwei komplette Gleichungen vierten Grades zwischen x und y vorgeben. Wir müssen auf den Karten nun die Regeln für die Eliminierung in solchen Gleichungen ausdrücken. Die Maschine würde diesen Regeln nachfolgen und am Ende das Ergebnis der Gleichung für eine Variable ausgeben, wie sie sich aus einer solchen Eliminierung ergibt. Verschiedene Modi der Eliminierung könnten ausgewählt werden und natürlich müssten entsprechende Karten erstellt werden. Der im Folgenden beschriebene Modus ist eine der Möglichkeiten. Die Maschine kann zwei beliebige Funktionen miteinander multiplizieren, wenn sie in folgender Form vorliegen:
Dann nämlich können die beiden Gleichungen nach den Potenzen von y angeordnet werden und die Koeffizienten der Potenzen von y sodann nach den Potenzen von x. Die Eliminierung von y ergibt sich aus den aufeinander folgenden Multiplikationen und Subtraktionen mehrerer solcher Funktionen. In diesem Beispiel, wie auch in allen zuvor beschriebenen entsprechenden Fällen, werden die konkreten numerischen Daten und die numerischen Ergebnisse von einigen Teilen und Vorrichtungen des Mechanismus ermittelt, die weitgehend unabhängig von dem Teil sind, welcher die Operationen festlegt.
Beim Studium der Funktionsweise der Analytischen Maschine sehen wir, dass die besondere und unabhängige Natur der Denkweise, mit der in der mathematischen Analysis die Operationen getrennt sind von den von Operationen betroffenen Objekten sowie den Ergebnissen, welche durch diese Operationen erreicht werden, sich bei der Maschine auffallend deutlich und abgetrennt wiederfindet.
Die Aufmerksamkeit auf diesen Punkt zu lenken ist nicht nur deshalb angemessen, weil seine volle Würdigung essenziell für jedes gerechte und angemessene Gesamtverständnis der Leistungen und Betriebsarten der Analytischen Maschine ist, sondern auch deshalb, weil ihm vielleicht generell zu wenig Beachtung beim Studium der mathematischen Wissenschaften geschenkt wird. Er ist andererseits nicht zu verwechseln mit anderen Betrachtungen, die wir beim Verfolgen der Art und Weise anstellen, in der die Maschine ihre Ergebnisse erzielt, oder die bei der Vorbereitung der Daten zur Erlangung dieser Ergebnisse notwendig werden. Es wäre sehr wünschenswert, dass wenn mathematische Prozesse durch den menschlichen Verstand, statt durch das Medium eines toten Mechanismus liefen, es von gleicher Wichtigkeit für diese Dinge wäre, den Schlussfolgerungen im Bezug auf Operationen einen ebenso angemessenen und wohldefinierten Zweig im Gerüst der Analysis einzuräumen, einer fundamentalen und dennoch unabhängigen Zutat der Wissenschaften, die sie beim Studium der Maschine innehaben müssen. Die Verwirrungen, die Schwierigkeiten und die Widersprüche, die als Folge erwünschter klarer Unterscheidungen in diesen Dingen passieren, sind bis vor kürzerer Zeit noch in all den mathematisch belasteten Bereichen aufgetreten, welche negative und unmögliche Größen berücksichtigen. Dies wird auch dem wenig in dieser Wissenschaft bewanderten Leser schnell klar sein und würde allein schon als Grund dafür genügen, diesem Punkt seinen Raum in Verbindung mit einer so passenden Gelegenheit einzuräumen, wie sie notwendigerweise bei der Beschreibung der Analytischen Maschine gegeben ist. Es mag wünschenswert sein zu erläutern, dass wir mit dem Wort Operation hier jeden Prozess meinen, der die wechselseitige Beziehung von zwei oder mehr Dingen betrifft, welcher Art auch immer diese Beziehungen sein mögen. Dies ist die allgemeinste Definition und sie würde alle Dinge des Universums einschließen. In der abstrakten Mathematik verändern Operationen selbstverständlich die konkreten Beziehungen, die bei den Betrachtungen von Zahlen und Räumen beteiligt sind und die Ergebnisse der Operationen sind die speziellen Ergebnisse, die mit der Natur der Subjekte der Operationen korrespondieren. Die Wissenschaft der Operationen jedoch, wie sie speziell von der Mathematik abgeleitet werden, ist eine eigenständige Wissenschaft und sie hat ihre eigenen abstrakten Wahrheiten und Werte; genau so wie die Logik ihre eigenen Wahrheiten und Werte besitzt, ganz unabhängig von den Subjekten, auf welche wir ihre Erkenntnisse und Regeln anwenden mögen. Diejenigen unter Ihnen, die mit einigen der moderneren Ansichten des oben angesprochenen Themas vertraut sind, werden wissen, dass wenn einige fundamentale Beziehungen wahr sind, daraus andere Kombinationen von Beziehungen notwendigerweise folgen müssen; diese Kombinationen sind unbegrenzt in ihrer Vielfalt und Reichweite, wenn die Herleitungen aus den primären Beziehungen nur weit genug fortgeführt werden. Denjenigen wird ebenso bewusst sein, dass einer der Hauptgründe dafür, dass die unabhängige Natur der Wissenschaft der Operationen kaum wahrgenommen wurde und dass ihr allgemein zu wenig Raum gegeben wurde, in der Verschiebung der Bedeutung vieler der in der mathematischen Notation benutzten Symbole liegt. Zunächst sind die Symbole für Operationen oftmals ebenfalls die Symbole für die Ergebnisse der Operationen. Wir könnten sagen, dass diese Symbole geeignet sind, sowohl retrospektive, wie auch ein prospektive Signifikanz zu zeigen. Sie können entweder Beziehungen bezeichnen, die die Folge einer Reihe von bereits ausgeführten Prozessen sind, oder sie bezeichnen Beziehungen, die noch durch bestimmte Prozesse erwirkt werden sollen. Zweitens sind Ziffern, die Symbole der numerischen Größe, oftmals ebenfalls Symbole für Operationen, wenn sie beispielsweise als Indizes für die Potenzen auftreten. Wann immer Begriffe eine wechselnde Bedeutung haben, sind unabhängige Gruppen von Betrachtungsweisen für eine Komplizierung verantwortlich und Beweisführungen sowie Ergebnisse werden oft verfälscht. In der Analytischen Maschine werden nun die Operationen, die unter die erste der oben erwähnten Überschriften fallen, durch eine eigene Notation exklusiv einer für sie zuständigen Abteilung des Mechanismus zugewiesen und dort kombiniert. Im Bezug auf die zweite Überschrift werden Zahlen, wann immer sie Operationen und nicht Größen bezeichnen (so wie die Indizes von Potenzen) auf einer beliebigen Spalte oder auf einer Gruppe von Spalten eingetragen, die Spalten agieren direkt und in gänzlich separater und unabhängiger Weise und sie werden ausschließlich mit dem Operationsmechanismus verbunden und reagieren nur auf diesen. Sie treten niemals in einer Kombination mit einer eine Größe bezeichnenden Zahle aus irgendeiner anderen Spalte auf. Außer natürlich in dem Fall, wenn es sich um Zahlen bei Operationen mit n Spalten handelt, wo diese miteinander kombiniert werden und dies wird oftmals so notwendig sein, genauso wie Größen bezeichnende Zahlen miteinander in jeder Weise kombiniert werden können. Die Ausführung der Maschine hätte so angelegt werden können, dass alle Zahlen, deren Bedeutung eine Operation ist, in einem ganz anderen Bereich der Maschine erschienen wären wie die Zahle, die eine Größe bezeichnen, aber der gegenwärtige Aufbau ist in einigen Fällen einfacher und bietet in der Praxis eben so viel Unterscheidbarkeit, wenn er verstanden wurde.
Der Operationsmechanismus kann sogar unabhängig von jeglichen Objekten, die zu bearbeiten wären, in Gang gesetzt werden (obwohl er dann natürlich kein Ergebnis entwickeln kann). Er könnte ebenso mit ganz anderen Dingen als Zahlen arbeiten, wenn man Objekte finden würden, deren grundlegende gegenseitige Beziehungen durch die abstrakte Wissenschaft der Operationen darstellbar wären und die gleichzeitig empfänglich für abgewandelte Aktionen in der Notation der Operationen und des Mechanismus der Maschine wären. Wenn beispielsweise die fundamentalen Beziehungen der Tonhöhen in der Wissenschaft der Harmonie und der musikalischen Komposition solchen Ausdrücken und Adaptionen zugänglich wären, so könnte die Maschine ausgefeilte und wissenschaftlich fundierte Musikstücke jedweder Komplexität und Länge komponieren.
Die Analytische Maschine ist eine Verkörperung der Wissenschaft der Operationen mit einer besonderen Referenz zu den abstrakten Zahlen als Subjekte dieser Operationen. Die Differenzmaschine ist die Verkörperung einer speziellen Auswahl mit einer sehr beschränkten Zahl von Operationen, die (s.a. die in Notiz B genutzte Notation) somit als (+,+,+,+,+,+) oder auch 6(+) ausgedrückt werden könnte. Sechs Wiederholungen der einen Operation, +, sind tatsächlich die Summe der Funktionalität dieser Maschine. Sie hat sieben Spalten und eine Zahl in irgendeiner der Spalten kann sich selbst zur Zahl der rechts danebenliegenden Spalte addieren. Beginnend mit der am weitesten links liegenden Spalte können so sechs Additionen ausgeführt werden und das Ergebnis erscheint in der siebten Spalte, welche die letzte auf der rechten Seite ist. Der arbeitende Mechanismus dieser Maschine agiert dabei in genauso separater und unabhängiger Weise, wie der der Analytischen Maschine. Da er aber lediglich eine einzige unveränderliche und beschränkte Kombination unterstützt, gibt er wenig Anlass oder Gelegenheit für eine Beschreibung der Unterschiede von Operationen in der Wissenschaft der Operationen. Die Notwendigkeit, die Analytische Maschine von diesem Standpunkt aus zu betrachten wird, wie wir meinen, dem Leser mehr und mehr offenbar werden, wenn er L. M. Menabreas klaren und meisterlichen Artikel weiter verfolgt. Der Kalkulus der Operationen ist gleichsam in sich selbst ein so interessantes Thema und wurde in den letzten Jahren so viel häufiger beschrieben und bedacht als zuvor, dass jede Möglichkeit, die diese Maschine mit ihren Betriebsarten zur Erläuterung dieses Zweiges der mathematischen Wissenschaften bieten kann, nicht übersehen werden sollte. Ob der Erfinder der Maschine auch nur einige dieser Ansichten im Sinn hatte, während er die Erfindung ausarbeitete, oder ob er sie nach dieser Phase je in Betracht zog, das wissen wir nicht. Die Ansichten erschienen uns jedoch zwangsläufig bei zunehmender Vertrautheit mit den Methoden, durch welche die analytischen Kombinationen dieses Mechanismus in der Praxis erreicht werden. Wir können nicht umhin, ein praktisches Ergebnis vorzuschlagen, das uns durch die unabhängige Art, mit der die Maschine ihre Operationen anordnet und kombiniert, wesentlich erleichtert erscheint: wir möchten die Art von Kombinationen andeuten, in die imaginäre Größen Einzug halten. Wir hatten keine Gelegenheit, zu diesem Bereich von Abläufen in der Maschine weitere Nachforschungen anzustellen und unsere Annahme ist sehr wahrscheinlich nicht übereinstimmend mit den Fakten, da das Prinzip, auf denen sie nach unserer Einschätzung beruhen könnte, weniger nützlich als einige andere Prinzipien sein könnte oder doch wenigstens die Mitwirkung anderer Prinzipien erfordern würde. Es erscheint uns aber nichtsdestotrotz offensichtlich, dass es, mit Hilfe einiger einfacher Maßnahmen und durch Erweiterungen im Aufbau des Mechanismus, leicht sein müsste, eine doppelte Gruppe von Ergebnissen auszugeben, so dass wir: Erstens die numerischen Größen als Ergebnis der Operationen mit numerischen Daten erhalten (solche Resultate sind die primäre Aufgabe der Maschine) und zweitens symbolische Resultate, die an den numerischen Resultaten angehängt wären, wobei diese symbolischen Resultate nicht weniger die notwendigen und logischen Konsequenzen von Operationen mit symbolischen Daten sind, wie die numerischen Resultate solche der numerischen Daten.
Wenn wir die Leistungen und die Konstruktionsprinzipien der Differenzmaschine und der Analytischen Maschine miteinander vergleichen, dann werden wir sehen, dass die Möglichkeiten letzterer unmessbar viel weitgehender als die ersterer sind und dass sie tatsächlich zueinander in demselben Verhältnis stehen, wie die Analysis zur Arithmetik. Die Differenzmaschine kann nur eine einzige Abfolge von Operationen bewirken, nämlich die zur Tabellierung des Integrals der speziellen Funktion
und da sie dies nur für Werte von n bis zu 7 ermöglicht, kann sie schon nicht als allgemeinste Umsetzung für auch nur eine spezielle Funktion angesehen werden und erst recht nicht als Umsetzung jeder beliebigen Funktion jeglichen beliebigen Grades. Die Differenzmaschine kann tatsächlich (wie bereits teilweise erläutert wurde) nichts weiter als addieren und jeder andere Vorgang, wie eine simple Subtraktion, Multiplikation oder Division, kann von ihr nur in dem Umfang ausgeführt werden, in dem es möglich ist, den Vorgang auf eine Folge von Additionen zu reduzieren. Die Methode der Differenzen ist tatsächlich eine Methode der Additionen und da sie einfach durch die Addition eine größere Anzahl von Resultaten ermöglicht, als ein anderes mathematisches Prinzip, war diese Funktion als Grundlage für eine Additionsmaschine sehr sinnvoll ausgewählt, weil so die größtmögliche Leistungsfähigkeit einer solchen Maschine zu erreichen war. Im Gegensatz dazu kann die Analytische Maschine gleicht gut entweder addieren, subtrahieren, multiplizieren oder dividieren und sie führt jede dieser vier Operationen in direkter Weise aus, ohne die Mithilfe einer der anderen drei. Diese Tatsache beinhaltet alles und es ist kaum nötig zum Beispiel darauf hinzuweisen, dass die Differenzmaschine lediglich tabellieren kann und nicht in der Lage ist zu entwickeln, währen die Analytische Maschine sowohl tabellieren als auch entwickeln kann.
Die erstgenannte Maschine ist von ihrer Art her eine strikt arithmetische und die Ergebnisse, die sie erreichen kann, liegen in einem klar definierten und begrenzten Bereich, während es für die Analytische Maschine keinerlei ihre Leistungen begrenzende, endgültige Demarkationslinie gibt. Die Leistungen sind gleich auf mit unserem Wissen über die Gesetze der Analysis selbst und daher nur begrenzt durch unsere Vertrautheit mit letzterer. Wir können die Maschine tatsächlich als materiellen und mechanischen Repräsentanten der Analysis ansehen und sehen, dass die Leistungsfähigkeit des menschlichen Studiums in diesem Bereich in viel effektiverer Weise als je zuvor mit unserem theoretischen Wissen über die Prinzipien und Gesetze Schritt halten kann, weil die Maschine uns die vollständige Kontrolle über die auszuführenden Manipulationen an algebraischen und numerischen Symbolen gibt.
Derjenige unter Ihnen, der in der Wissenschaft der Mathematik nicht nur eine Verkörperung abstrakter und unveränderlicher Wahrheiten sieht, deren innere Schönheit, Symmetrie und logische Vollständigkeit, miteinander zu einem Ganzen verbunden, sie zu einem bevorzugten Ort für die Interessen eines jeden tiefgründigen und logisch denkenden Geistes machen, sondern sich auch daran erinnert, sie als den Sprecher einer für die menschliche Rasse noch vorrangigeren Sprache, durch welche wir allein in der Lage sind, die großartigen Fakten der natürlichen Welt angemessen auszudrücken, sowie die unaufhörlichen Veränderungen der in den uns umgebenden Erscheinungen konstant stattfindenden, sichtbaren wie unsichtbaren, bewussten wie unbewussten, wechselseitigen Beziehungen: wer also die mathematische Wahrheit als das Instrument ansieht, durch das der schwache menschliche Geist in effektivster Weise die Schöpfung verstehen kann, der wir mit speziellem Interesse all die Dinge verfolgen, die eine Übersetzung ihrer Prinzipien in eine konkrete, praktische Form zu ermöglichen den Anschein haben.
Die abweichende Charakteristik der Analytischen Maschine, wie auch diejenige, die es zunächst erlaubte, solch weitgehende Möglichkeiten wie die Mechanismen für gerechtfertigte Entscheidungen in ihr zu verwirklichen und sie so zur ausführenden rechten Hand der abstrakten Algebra zu machen, ist die Einführung desselben Prinzips, das Jacquard für die durch Lochkarten ermöglichte Steuerung in der Herstellung von Brokat-Stoffen mit höchst komplizierten Mustern entwickelte. Hierin liegt der Unterschied zwischen den beiden Maschinen. In der Differenzmaschine existiert nichts vergleichbares. Wir könnten treffend schreiben, dass die Analytische Maschine algebraische Muster webt, so wie der Jacquard-Webstuhl Blumen und Blätter webt. Hierin scheint uns wesentlich mehr Originalität zu liegen, als der Differenzmaschine gerechter Weise zugeschrieben werden kann. Wir möchten letzterer nicht jegliche Originalität absprechen. Wir glauben, dass sie den einzigen Vorschlag oder Versuch darstellt, eine rechnende Maschine zu konstruieren, die auf dem Prinzip der aufeinander folgenden Differenzen beruht und die in der Lage ist, ihre eigenen Ergebnisse auszudrucken. Wir glauben, dass diese Maschine ihre Vorgänger sowohl im Umfang der mit ihr möglichen Berechnungen weit hinter sich lässt, als auch in der Leichtigkeit, Sicherheit und Genauigkeit, mit der sie diese Berechnungen ausführt, ohne während der Ausführung der Berechnungen den Eingriff durch einen intelligenten Menschen zu erfordern. Ihre Aufgabe ist aber strengt begrenzt auf die Arithmetik und weit davon entfernt, das erste oder einzige Schema zur Konstruktion von arithmetischen Rechenmaschinen, mit mehr oder weniger Erfolg, zu sein.
Die Grenzen der Arithmetik wurden jedoch in dem Moment gesprengt, als die Idee von den Karten Einzug hielt und die Analytische Maschine hat mit den gewöhnlichen „Rechenmaschinen” nicht viel gemein. Sie belegt eine ganz neue Kategorie und die Gedankengänge, die sie anregt, sind von sehr interessanter Natur. Durch die Schaffung eines Mechanismus, der die Kombination allgemeiner Symbole in Folgen unbegrenzter Vielfalt und unendlichen Umfangs erlaubt, wird eine Verbindung zwischen den rein mechanischen Vorgängen und den theoretischen gedanklichen Prozessen des abstraktesten Bereiches der Mathematik geknüpft. Für die zukünftige Nutzung der Analysis wird eine neue, umfangreiche und leistungsfähige Sprache entwickelt, welche es ermöglicht, ihre Wahrheiten so zu handhaben, dass weit schnellere und korrektere praktische Anwendungen für die Lösung von Aufgaben der Menschheit möglich sind, als sie je zuvor möglich waren. So werden also nicht nur das Geistige und das Materielle, sondern auch das Theoretische und das Praktische aus der Welt der Mathematik in eine intime und effektive Verbindung miteinander gebracht. Uns ist keine Veröffentlichung eines zuvor ausgearbeiteten, oder auch nur gedachten, vergleichbaren Vorschlages bekannt, der wie die Einzelheiten der Analytischen Maschine in so trefflicher Weise geeignet wäre, die Idee einer denkenden oder beweisführenden Maschine in die Praxis umzusetzen.
Wir wenden uns nun einem weiteren Punkt zu, der ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal in den Betriebsarten der Differenzmaschine und der Analytischen Maschine ausmacht. Damit erstere ihre Aufgaben erledigen kann, ist es nötig, in ihren Spalten eine Folge von Differenzen der ersten Zahlen einzutragen, die eine jeweils zu untersuchende Tabelle ausmachen. Die Maschine arbeitet dann mit diesen Zahlen als Daten, doch müssen diese Daten selbst zuvor bereits durch eine Reihe von Berechnungen im Kopf eines Menschen ermittelt worden sein. Daher kann diese Maschine nur solche Resultate liefern, die von Daten abhängen, welche andersartig sind und die aus Vorgängen außerhalb des Bereiches ihrer Fähigkeiten herrühren. Es muss, mit anderen Worten, zuvor eine untersuchender Vorgang von einem menschlichen Verstand durchlaufen worden sein um die Daten zu erhalten, auf Grund derer die Maschine dann ihre Resultate synthetisiert. Die Differenzmaschine ist von ihrem Charakter her ausschließlich synthetisierend, während die Analytische Maschine in gleicher Weise zur Analyse, wie auch zur Synthese fähig ist.
Es ist wohl wahr, dass die Differenzmaschine in einem wesentlich größeren Umfang Resultate aus wenigen vorgegebenen errechnen kann, als diese Daten Berechnungen für ihre Ermittlung benötigten. Die Tabelle der Quadratzahlen kann beispielsweise in jedem beliebigen Umfang berechnet werden, wenn nur die Zahlen Eins und Zwei eingestellt sind. Auch würden einige, wenige für irgendeinen Teil der Logarithmentabelle berechnete Differenzen der Maschine genügen, um daraus viele hunderte oder gar tausende von Logarithmen zu berechnen. Und doch macht der Umstand, dass sie nur nachdem jegliche gewählte Funktion zuvor immer numerisch berechnet wurde, sie in ihrer Art und in ihren Vorteilen zweitklassig im Vergleich mit einer Maschine, die, wie die Analytische Maschine, es lediglich erfordert, dass wir die Abfolge und die Verteilung der auszuführenden Operationen kennen, ohne dass wir einen speziellen Fall für genau diese oder auch irgendwelche Operationen zunächst durchgehen müssten, bloß um die Daten zu erhalten, die sie als Voraussetzung benötigen würde. Es müssen natürlich auch numerische Daten eingegeben werden, aber dies sind frei wählbare Daten, nicht etwa Daten, die nur durch eine systematische Reihe von zuvor notwendigen numerischen Berechnungen zugänglich wären, was eine ganz andere Sache ist.
Hierauf könnte eine Antwort sein, dass sehr wohl ein Analyseprozess durchgeführt werden muss, damit die Analytische Maschine mit den notwendigen Operationsdaten ausgestattet werden kann und dass hierin eine mögliche Fehlerquelle liegt. Wenn wir zugestehen, dass der eigentliche Mechanismus seine Aufgabe fehlerfrei erledigt, könnten dennoch die Karten falsche Anweisungen vorgeben. Das ist fraglos richtig, doch stellt es eine viel kleinere Fehlerquelle dar und ist gleichzeitig mit viel weniger Zeit und Arbeit verbunden, wenn lediglich die Operationen und ihre Abfolge bestimmt werden müssen, als wenn auch die numerischen Ergebnisse zu errechnen sind. Im Fall der Analytischen Maschine müssen wir einerseits einen gewiss großen Aufwand an analytischer Arbeit leisten, können aber andererseits einen wesentlich höhere Ersparnis bei den Ergebnissen erhalten. Wir sollten uns auch daran erinnern, dass die Karten, die so allgemein gültig sind wie die Algebra, wenn sie einmal für irgendeine Formel erstellt wurden eine unendliche Zahl von speziellen Fällen abdecken.
Wir sind detailliert auf die unterschiedlichen Feinheiten dieser beiden Maschinen eingegangen weil wir es für wesentlich halten, dass sich ihre jeweiligen Attribute vor einer Wahrnehmung in der Öffentlichkeit deutlich abzeichnen und wir haben daher die vollständig andere Art der Prinzipien, auf denen jede beruht, klar und akkurat dargelegt um es dem Leser offenbar zu machen (wenigstens dem mathematisch bewanderten), in welcher Art und in welchem Umfang die Leistung der Analytischen Maschine diejenige einer Maschine übersteigt, die, wie die Differenzmaschine, lediglich Resultate als die Ergebnisse einer einzigen, bestimmten und eingeschränktem Folge von Abläufen liefern kann, so wie die der Gleichung
. Wir halten dies für wichtig, weil wir wissen, dass in den Köpfen vieler Personen zu diesem Thema häufig nur vage und ungenaue Vorstellungen existieren. Es gibt oft eine nebulöse Erinnerung unter denjenigen, die es überhaupt wahrgenommen haben, dass nacheinander zwei "Rechenmaschinen" von ein und derselben Person in den letzten paar Jahren erfunden wurden, während andere wiederum bisher lediglich von der ursprünglichen "Rechenmaschine" gehört haben und ihnen Erweiterungen nicht bekannt sind. Für jede der beiden Gruppen von Personen sind die zuvor gemachten Überlegungen zutreffend. Während letztere das Faktum der Existenz zweier solcher Maschinen wissen sollten, benötigen erstere nicht weniger akkurate und wohldefinierte Informationen über das Thema. Es existieren bisher keine klaren und korrekten Angaben zu den Charakteristika der Maschinen oder zu ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen und durch die mehr oder weniger direkten, zufälligen Berührungen mit diesen Maschinen in vielen Publikationen dieser Tage wird häufig ein Zweifel auftreten, welche "Rechenmaschine" jeweils gemeint war oder ob beide in der Erwähnung enthalten sind.
Wir sind gleichermaßen daran interessiert, zwei Missverständnisse auszuräumen, die bis zu einem gewissen Grade mit diesen Maschinen verbunden sind. Zunächst wird weithin angenommen, dass die Differenzmaschine, nachdem sie bis zu einem gewissen Grade fertiggestellt war, die Idee zur Analytischen Maschine geliefert habe und dass letztere tatsächlich ein Nachkomme ersterer sein und aus der Existenz der Vorgängerin durch einige natürliche oder sonst wie zufällige Gedanken, die von dieser nahe gelegt worden seien, geboren wäre. Diese Annahme ist jedoch ganz genau entgegen der Fakten, obwohl sie eine offensichtliche Folge zu sein scheint, wenn zwei in ihrer Natur und Aufgabe so ähnliche Erfindungen in so einem kurzen Zeitabstand und mit so auffälliger Ausweitung der Anwendbarkeit aufeinander folgen, speziell wenn dasselbe Individuum der Autor beider Maschinen ist. Dennoch ergaben sich die Ideen, die zur Analytischen Maschine führten, in einer von denen, die mit der Differenzmaschine verbunden sind, völlig unabhängigen Weise. Die diesen Ideen sind, von der ihnen innewohnenden Natur her, tatsächlich unabhängig von letztgenannter Maschine und hätten sich ebenso gut ergeben können, ohne deren Existenz und ohne einen einzigen Gedanken an sie.
Das zweite der oben erwähnten Missverständnisse bezieht sich auf die wohl bekannte Verzögerung im Fortschritt der Konstruktion der Differenzmaschine über einige Jahre hinweg. Die Umstände respektierend, welche die eigentliche Fertigstellung beider Erfindungen störten, vertreten wir keine Meinung hierzu und selbst wenn wir es wollten, fehlten uns die dazu nötigen Informationen. Wir wissen jedoch, dass einige Personen annehmen, dass die Hürden (wie auch immer sie aussehen) eine Folge der späteren Erfindung der Analytischen Maschine waren, während die vorherige sich noch in der Entwicklung befand. Wir haben selbst manche darüber Lamentieren hören, ob überhaupt eine Idee darin liege, lediglich etwas zu verfolgen, was im Rahmen einer erfolgreichen Ausführung bereits umgesetzt wäre, ohne die Stelle der überlegenen Erfindung einzunehmen. Diese Auffassung können wir nur widersprechen, da sie unqualifiziert ist. Die Fortschritte bei der Differenzmaschine waren schon lange vor dem ersten Aufblitzen von Ideen zu jeglicher ihr überlegenen Erfindung ausgesetzt. Solche Geistesblitze und deren Weiterentwicklung waren in keiner Weise der eigentliche Grund für dieses Aussetzen, obwohl es bei nachweislich existierenden Schwierigkeiten der einen oder anderen Art wahrscheinlich nicht für problemlösend oder auch nur förderlich anzusehen war, dass während ihres Auftretens eine Erfindung durchdacht wurde, die, während sie alles enthielt, was die vorherige vermochte, eine Alles in den Schatten stellende Leistungsfähigkeit besaß.
Wir überlassen es der Entscheidung jedes Einzelnen (nachdem er über kompetente Informationen zu den Charakteristika beider Maschinen verfügt) festzustellen, inwiefern ein solcher Zugewinn für die Leistungsfähigkeit der menschlichen Wissenschaften ein zu entschuldigender Beitrag sei, selbst wenn er (was wir stark bezweifeln) bis zu einem gewissen Grade zu bereits bestehenden Schwierigkeiten beigetragen hat, die bei der Beendigung einer wertvollen, jedoch geringeren Arbeit auftraten. Wir überlassen es jedem, sich selbst an der Weisheit zu ergötzen, die darin läge, sich eine Vernichtung (wäre sie jetzt noch möglich) aller Rekorde einer perfekteren Erfindung zu wünschen, nur um die vergleichsweise beschränkte Erfindung beenden zu können. Die Differenzmaschine würde zweifellos all die praktischen Aufgaben, auf deren Lösung sie ursprünglich ausgerichtet war, erfüllen. Sie würde sicherlich all die Tabellen berechnen, die in direkter Weise für die praktischen physikalischen Aufgaben des Alltags notwendig sind, wie etwa nautische und andere Berechnungen. Wer zu streng utilitaristischen Ansichten neigt, sieht vielleicht die besonderen Leistungen der Analytischen Maschine sich mehr auf Fragen der abstrakten und spekulativen Wissenschaften auswirken, als auf solche, die alltägliche und gewöhnliche menschliche Interessen abdecken. Da solche Personen wahrscheinlich wenig Sympathie, oder gar Vertrautheit, mit jeglichen Bereichen der Wissenschaften verbindet, die sie nicht für nützlich halten (nach ihrer Definition dieses Wortes), könnten sie nun der Meinung sein, dass die Realisierung dieser Maschine, nachdem die neuere bereits in Entwicklung ist, eine unfruchtbare und unproduktive Verschwendung von noch mehr Geld und Arbeit sei, tatsächlich eine Arbeit von Mehrleistung. Selbst unter utilitaristischen Gesichtspunkten zweifeln wir jedoch nicht daran, dass sehr wertvolle praktische Resultate mit den erweiterten Möglichkeiten der Analytischen Maschine erreicht würden, darunter manche Ergebnisse, auf die wir denken hinweisen zu können, hätten wir nur genügend Platz, sowie andere, die derzeit noch unvorhersehbar sein mögen, die jedoch durch die täglich wachsenden Erfordernisse der Wissenschaft und durch eine intimere praktische Vertrautheit mit den Leistungen der Maschine, wäre sie bereits jetzt verfügbar, befördert würden.
Im Allgemeinen sehen wir in beidem, sowohl in einer a priori Beschreibung, wie auch in einer auf der wissenschaftlichen Geschichte und Erfahrung der Menschheit beruhenden, eine starke Annahme dafür, dass dies der Fall wäre. Dennoch werden wahrscheinlich alle dem Gefühl zustimmen, dass eine Fertigstellung der Differenzmaschine weit mehr zu wünschen wäre, als ein Nicht beenden jeglicher Rechenmaschine überhaupt. Wer oder was auch immer für die Ursachen der Schwierigkeiten, die offenbar entweder bei der Fertigstellung der früheren Maschine oder den Anfängen der neueren bestehen, die Ursache sein mag, wir vertrauen darauf, dass er oder es nicht letztendlich verhindern wird, dass unsere Generation mit diesen Erfindungen wenigstens durch das Medium von Feder, Tinte und Papier eine Vertrautheit erlangt. Und noch mehr hoffen wir, dass zur Ehre des Ansehens unseres Landes auf den Seiten der Geschichtsbücher der Zukunft, diese Ursachen nicht dazu führen, dass eine andere Nation oder Regierung diese Unternehmung abschließt. Dies wäre nicht zu entschuldigen, unabhängig davon, ob die Hürden ihre Ursache in privaten Interessen und Gefühlen haben, im Nachdenken über eine öffentlich zugänglichere Beschreibung oder in Gründen, die in der Natur von beiden dieser Lösungen liegen.
Wir verweisen den Leser für eine sehr treffende Beschreibung der Differenzmaschine auf den "Edinburgh Review" vom Juli 1834. Der Schreiber dieses Artikels hat einen gänzlich anderen Aspekt als Anlass für diese Veröffentlichung hervorgehoben, als L. M. Menabrea ihn gewählt hat. Ersterer behandelt die Maschine hauptsächlich unter ihren mechanischen Gesichtspunkten und geht dabei nur kurz auf die mathematischen Prinzipien ein, die diese Maschine repräsentiert, während er viele Details des Mechanismus und der Vorrichtungen, mit deren Hilfe die Maschine die verschiedenen Grade der Differenzen tabelliert, in deutlicher Länge angibt. L. M. Menabrea entwickelt hingegen ausschließlich die analytische Sichtweise und setzt voraus, dass der Mechanismus bestimmte Prozesse ausführen kann, ohne den Versuch zu machen, wie sie funktionieren. Vielmehr leitet er die ganze Aufmerksamkeit auf Erklärungen und Illustration zu der Art und Weise, in der analytische Gesetze so formuliert und kombiniert werden können, dass jeder Zweig dieses weiten Bereichs in die Reichweite der angenommenen Leistungsfähigkeit des Mechanismus rückt. Es ist offensichtlich, dass beide Zweige dieser Aufgabe für die Erfindung einer Rechenmaschine gleich wichtig sind und dass jeglicher Fortschritt auf ihren gegenseitigen Abwägung beruhen muss. Sie müssen sich so treffen, dass die Schwachpunkte in der Leistungsfähigkeit in dem einen Bereiches durch starke Punkte im anderen Bereich ausgeglichen werden können. Sie sind untrennbar verbunden, obwohl sie von ihrer inneren Struktur her so unterschiedlich sind, dass ein einziger Verstand wahrscheinlich nicht gleich fundiert oder erfolgreich bei beiden sein kann. Wir kennen die, die bezweifeln, dass die Leistungsfähigkeit des Mechanismus in der Praxis allen an ihn gestellten Anforderungen bei der Bearbeitung solch komplizierter mechanischer Abläufe, wie sie bei beiden Maschinen auftreten, sich als ausreichend erweisen wird und die erwarten, dass unvorhersehbare praktische Schwierigkeiten und Verwirrungen auf dem Weg hin zur Korrektheit und Einsetzbarkeit der Maschinen auftreten werden. Die Differenzmaschine scheint uns jedoch eine großartige Antwort auf diese Zweifel zu sein. Sie ist so komplett, wie sie sein kann und erledigt all ihre Aufgaben mit dem vorhersehbaren Erfolg. Die Analytische Maschine ist hingegen nicht nur nicht wesentlich komplizierter, sondern in vielen Bereichen einfacher zu konstruieren und es ergibt sich mit ihr der bemerkenswerte Umstand, dass sie mit ihren viel einfacheren Voraussetzungen eine so viel größere Leistungsfähigkeit liefert.
Der Artikel im "Edinburgh Review" wurde einige Zeit vor dem Auftreten jeglicher Ideen geschrieben, die später zur Erfindung der Analytischen Maschine führten und in den Eigenschaften der Differenzmaschine liegt viel weniger ein Grund, der einen Autoren dazu einladen würde, sich mit ihr exklusiv, oder auch nur vorwiegend, unter mathematischen Gesichtspunkten zu befassen, als dies bei der der Analytischen Maschine der Fall ist, obwohl dieser Mechanismus zweifellos eine viel größere Annäherung an die Mathematik erreicht, als jener der vorgenannten. Eine Veröffentlichung mit einer Beschreibung der mechanischen Aspekte der Analytischen Maschine ist wünschenswert und wird, wie wir hoffen, sehr bald zur Verfügung stehen.
Wer vielleicht die Geduld aufbringt, eine erträgliche Menge von einigermaßen trockenen Details zu studieren, wird nach dem Lesen des Artikels von 1834 eine angemessene Entschädigung durch die Klarheit und die konsequente Sichtweise erhalten, mit der die verschiedenen praktischen Schritte beschrieben werden, durch die der Mechanismus bestimmte Prozesse ausführt und er wird L. M. Menabreas ausführlichere und weitreichendere Denkschrift noch mehr als zuvor zu würdigen wissen. Gerade die Unterschiede im Stil und Themenbereich dieser beiden Artikel machen den einen zu einer wertvollen Ergänzung des jeweils anderen, wenigstens für diejenigen unter Ihnen, die tatsächlich etwas mehr als nur eine übersichtliche und populäre Beschreibung des Themas Rechenmaschinen lesen wollen.
A.A.L.
Die Abteilung der Analytischen Maschine, die hier angesprochen ist, trägt den Namen Speicherhaus. Sie enthält eine nicht festgelegte Anzahl von Spalten mit Scheiben, wie sie L. M. Menabrea beschrieben hat. Wenn der Leser sich ein Bild vorstellt, in dem rechteckige Zählermarkierungen bis zu einer gewissen Höhe aufgestapelt sind, wobei jeder Zähler die Ziffern von 0 bis 9 in gleichen Abständen auf seinem Rand trägt und wenn er weiterhin annimmt, dass diese Zähler nicht so einer auf dem anderen liegen, dass sie miteinander in Kontakt stehen, sondern dass sie mit geringem vertikalen Abstand voneinander auf einer gemeinsamen Achse befestigt sind, die vertikal durch ihre Mittelpunkte geht und um die sich jede Scheibe horizontal drehen kann, so dass jede benötigte Ziffer aus dem Bestand, der auf dem Rand aufgebracht ist, zur Anzeige gebracht werden kann, dann hat er eine gute Vorstellung von einer dieser Spalten. Die unterste der Scheiben einer jeden Spalte beschreibt die Einheiten, die nächste darüber die Zehner, die nächste darüber die Hunderter und so weiter. Wenn wir also die Zahl 1345 in eine Spalte der Maschine eintragen wollen, würde sie so dargestellt:—
In der Differenzmaschine gibt es sieben solcher Spalten, die in einer Reihe nebeneinander angebracht sind und der Arbeitsmechanismus liegt hinter ihnen: das Gesamtbild der Maschinerie ist das eines quadratischen Prisma (das sich mehr oder weniger einem Würfel annähert), wobei die Ergebnisse stets auf der Seitenfläche der Maschine erscheinen, die jene Spalten mit den Scheiben enthält und der gegenüber sich ein Beobachter aufstellen kann. Die Analytische Maschine hätte wesentlich mehr Spalten, vielleicht wenigstens Hundert. Die präzise Form und Anordnung der ganzen Mechanerie der Analytischen Maschine ist noch nicht endgültig festgelegt.
Die Spalten mit den Scheiben ließen sich auf Papier in folgender Weise bequem darstellen:—
Die Vs dienen der bequemen Referenz für eine beliebige Spalte, sowohl schriftlich, als auch mündlich und sie sind fortlaufend nummeriert. Der Grund, weshalb dem Buchstaben V der Vorzug vor jedem anderen Buchstaben gegeben wurde, liegt darin, dass diese Spalten (wie der Leser beim weiteren Studium dieser Denkschrift herausfinden wird) als Variablen bezeichnet werden, manchmal auch als Variablenspalten oder als Spalten von Variablen. Die Herkunft dieser Bezeichnung ist, dass die Werte dieser Spalten sich verändern, also in jeder vorstellbaren Weise variieren. Es ist jedoch notwendig, das sich aufdrängende Missverständnis zu verhindern, dass diese Spalten ausschließlich die Werte der Variablen einer analytischen Formel enthielten und nicht ebenso die der Konstanten. Die Spalten werden aus einem Grund Variablen genannt, der gänzlich unabhängig von der analytischen Unterscheidung zwischen Konstanten und Variablen ist. Um mögliche Verwirrungen zu vermeiden, haben wir sowohl in der Übersetzung, als auch in den Notizen, Variable mit einem großen V geschrieben, wenn das Wort eine Spalte der Maschine bezeichnet, jedoch mit einem kleinen V, wenn wir eine Variable einer Formel meinen. Dementsprechend meint Variablenkarten jegliche Karten, die zu einer Spalte der Maschine gehören.
Um zur Erklärung des Diagramms zurückzukehren: jeder Kreis im oberen Teil ist dafür gedacht, das algebraische Zeichen + oder - zu enthalten, die eingesetzt werden können, je nachdem, ob die in der Spalte darunter dargestellte Zahl positiv oder negativ ist. In ähnlicher weise können andere rein symbolische Ergebnisse von algebraischen Prozessen in diesen Kreisen erscheinen. In Notiz A wurde die Nützlichkeit der wie numerische Ergebnisse eben so einfachen symbolischen Entwicklung von Ergebnissen angerissen. Die Nullen neben den symbolischen Kreisen bezeichnen jeweils eine Scheibe, die eine Ziffer 0 an der Vorderseite darstellen soll. Nur vier Stellen von Nullen sind im Diagramm dargestellt, jedoch können diese als Repräsentanten für dreißig oder vierzig, oder jede beliebige Anzahl von Scheiben, die benötigt wird, angesehen werden. Da jede Scheibe jede Ziffer darstellen kann und jeder Kreis jedes Vorzeichen, können die Scheiben jeder Spalte so eingestellt werden, dass sie jede beliebige positive oder negative Zahl im Bereich der Grenzen der Maschine darstellen können, deren Grenzen von den frontseitigen Ausmaßen der Maschine abhängen, also von der Anzahl der Scheiben einer Spalte.
Jedes der Quadrate unter den Nullen ist gedacht für die Eintragung eines beliebigen Symbols oder einer Kombination von Symbolen, wobei die in der Spalte darüber stehende Zahl den numerische Wert des Symbols oder der Symbolkombination darstellen soll. Lassen Sie uns zum Beispiel die drei Größen a, n und x darstellen und lassen Sie uns weiterhin annehmen, dass a = 5, n = 7 und x = 98 ist. Dann haben wir:—
Wir können diese Symbole nun in verschiedenartigster Weise kombinieren, also etwa eine beliebige Funktion oder mehrere Funktionen mit ihnen bilden und wir können jede dieser Funktionen in Klammern aufschreiben, wobei jede Klammer die Größen (und nur diese Größen) zusammenfasst, die in die unter ihr eingeschriebene Funktion eingehen. Wir müssen ihr weiterhin eine weitere Spalte rechter Hand zuordnen, wenn wir uns für eine bestimmte Funktion entschieden haben, deren numerischen Wert wir berechnen wollen und wir müssen die Funktion in das Quadrat unter dieser Spalte eintragen. Mit den obigen Vorgaben könnten wir jede der folgenden Funktionen wählen:—
Lassen Sie uns die erste auswählen. Sie würde, vor der Berechnung, wie folgt dargestellt:—
Nachdem die Daten vorgegeben sind, müssen wir nun in die Maschine die Karten eingeben, die die Operationen für diese spezielle ausgewählte Funktion anweisen. Im konkreten Fall wären diese Operationen:—
Zunächst, um xn zu erhalten, sechs Multiplikationen (=987 für die oben angegebenen konkreten Daten).
Zweitens eine Multiplikation, um a·xn zu erhalten (=5·987).
Insgesamt sieben Multiplikationen für den ganzen Vorgang. Wir können sie so repräsentieren:—
Die Multiplikationen würden aber in aufeinander folgenden Stufen während der Lösung des Problems mit Zahlen aus verschiedenen Spalten operieren. Anders gesagt würde dieselbe Operation mit verschiedenen Operatoren ausgeführt. Dies ist ein weiteres Beispiel für die Anmerkungen über die unabhängige Art und Weise, in der die Maschine ihre Operationen ausführt, die in der vorherigen Notiz erläutert wurde. Wenn der Wert von axn ermittelt wird, sind die Operationen homogen, jedoch in den aufeinander folgenden Stufen der Berechnung verteilt über verschiedene Operatoren. Durch bestimmte Lochkarten, die zu den Variablen selbst gehören, wird die Ausführung der Operationen so verteilt, dass sie zur jeweiligen Funktion passen. Die Operationskarten bestimmen lediglich die Abfolge von Operationen im Allgemeinen. Sie führen tatsächlich dazu, dass ein Teil des Mechanismus, der in der Mühle vorhanden ist, in eine Folge von unterschiedlichen Zuständen gebracht wird, die wir jeweils als den Additionszustand, den Multiplikationszustand &c bezeichnen können. In jedem dieser Zustände ist der Mechanismus in der Lage, in der für diesen Zustand typischen Art mit einem beliebigen Paar von Zahlen, die ihm zugänglich gemacht werden können, zu arbeiten. Die Mühle kann nur jeweils einen dieser Operationszustände zu einer Zeit annehmen und die Bauweise des Mechanismus ist so, dass auch nur ein Paar von Zahlen zu einem Zeitpunkt empfangen und bearbeitet werden kann. Um also sicherzustellen, dass die Mühle eine konstante Abfolge von korrekten Zahlenpaaren erhält und dass sie auch das Ergebnis der mit eine beliebigen Paar ausgeführten Operation richtig einträgt, hat jede Variable ihre eigenen, zu ihr gehörenden Karten. Es gibt erstens eine Sorte von Karten, deren Aufgabe darin besteht, die Übertragung des Zahlenwerts einer Variablen in die Mühle zu gestatten. Diese Karten können als die Einlieferungskarten bezeichnet werden. Sie statten die Mühle mit der notwendigen Nahrung aus. Jede Variable hat zweitens eine weitere Sorte von Karten, deren Wirkung darin besteht, dass die Variable eine Zahl von der Mühle empfängt. Diese Karten können als die Empfangskarten bezeichnet werden. Diese Karten Bestimmen die Plätze sowohl der temporären, wie auch der endgültigen Ergebnisse. Es scheint uns, dass die Variablenkarten (beider vorgenannten Sorten) allgemein noch besser als Distributionskarten bezeichnet werden könnten, da mit ihrer Hilfe die Ausführung der Operationen und die Ergebnisse dieser Operationen korrekt verteilt werden.
Es gibt zwei Arten der zugehörigen Variablenkarten, beziehungsweise sind sie für die Erfüllung zweier untergeordneter Aufgaben angepasst. Da diese Modifikationen jedoch nicht zum gegenwärtigen Thema gehören, werden wir an anderer Stelle darauf eingehen.
Im obigen Fall von axn bestimmen die Operationskarten lediglich sieben Multiplikationen, das heisst, sie sorgen dafür, dass die Mühle aufeinander folgend sieben Mal im Multiplikationszustand sein soll (ohne dabei je eine Referenz derjenigen Spalten zu enthalten, mit deren Zahlenwerten operiert werden soll). Die passend verteilenden Variablenkarten wechseln in jeder der aufeinander folgenden Multiplikationen und bestimmen die Distributionsbedingungen für den jeweiligen Fall.
Die Maschine könnte all diese Ergebnisse nacheinander berechnen. Nachdem axn erledigt wäre, könnte die Funktion xan anstatt axn unter die Klammern geschrieben und die neue Berechnung gestartet werden (wobei natürlich die angemessenen Operations- und Variablenkarten für die neue Funktion ins Spiel kämen). Die Ergebnisse erschienen in der Spalte V5. Entsprechendes gelte für jede Funktion der Größen a, n und x. Jedes Ergebnis könnte entweder während der weiteren Berechnungen dauernd in seiner Spalte bleiben, so dass nachdem alle die Funktionen berechnet wurden, ihre Werte gleichzeitig in den Spalten V4, V5, V6, &c. stünden, oder es könnte jedes Ergebnis (nachdem es ausgedruckt wäre oder in einer bestimmten Art genutzt wurde) kopiert werden, um Platz für seinen Nachfolger zu machen. Das Quadrat unterhalb der Spalte V4 müsste für den letztgenannten Weg nacheinander die Funktionen axn, xan, anx, &c. enthalten.
Lassen Sie uns nun annehmen, wir hätten zwei Ausdrücke, deren Werte von der Maschine unabhängig voneinander berechnet worden wären (jeder mit seiner eigenen Gruppe von Spalten für die Daten und Ergebnisse). Nehmen wir axn und bpy. Sie würden dann wie folgt in den Spalten stehen:—
Wir könnten nun jegliche Kombination dieser zwei Ergebnisse wünschen, wobei es nur nötig wäre, eine oder mehrere weitere Karten zu haben, die die notwendigen Anweisungen für die Operationen mit den zwei Ergebnisspalten V4 und V8 geben und das Ergebnis dieser weiteren Operationen in einer neuen Spalte eintragen, etwa in V9. So wollen wir etwa axn durch bpy dividieren. Der numerische Wert dieser Division würde dann in der Spalte V9 erscheinen, unterhalb der wir
eingetragen haben. Die komplette Serie von Operation, von Beginn an, wäre dann wie folgt (für n gleich 7):
Dieses Beispiel ist lediglich angeführt um zu zeigen, dass wir, wenn wir das möchten, beliebige Zwischenergebnisse (wie axn und bpy), die während der Abläufe erscheinen, die ein größeres und komplizierteres Ergebnis (wie
) als letztes Ziel haben, auch separat und dauerhaft beibehalten können.
Jede Gruppe von Spalten kann als Darstellung einer allgemeinen Funktion betrachtet werden, die so lange allgemein bleibt, bis eine spezielle implizit dadurch festgelegt wurde, dass weitere Operations- und Variablenkarten für eine bestimmte Funktion in die Maschine eingebracht wurden. Im vorhergehenden Beispiel würden also V1, V2, V3, V5, V6 und V7 die allgemeine Funktion
(a, n, b, p, x, y) bestimmen, bis man sich für die Funktion
entschieden hat und dies implizit ausdrückt, indem man passende Karten in die Maschine einlegt. Die eigentliche Arbeit des Mechanismus, wie er von diesen Karten reguliert wird, entwickelt dann explizit diesen Funktionswert. Das Notieren einer Funktion unterhalb der Klammern und im Quadrat unter der Ergebnisspalte beeinflusst in keiner Weise die Abläufe oder Ergebnisse und dient lediglich als eine Gedächtnisstütze für den Beobachter, damit er sich erinnert, was gerade geschieht. Die Operations- und die Variablenkarten bestimmen in der Realität allein die Funktion. Man sollte tatsächlich ganz für sich betrachten, dass die Beschreibungen in jeglichem Quadrat ganz unabhängig vom Mechanismus und den Abläufen in der Maschine sind und nichts weiter als dort platzierte, frei wählbare Gedächtnishilfen zur Unterstützung des Bedieners darstellen.
Je länger wir die Art weiter betrachten, in der die Maschine ihre Abläufe durchführt und ihre Ergebnisse erhält, um so mehr werden wir erkennen, welch bezeichnende Licht sie in richtiger und angemessener Weise auf die gegenseitigen Beziehungen und Verbindungen der verschiedenen Schritte der mathematischen Analysis wirft, wie klar sie die Dinge trennt, die auch in der Realität unterschiedlich und unabhängig voneinander sind und wie sehr sie die Dinge vereint, die voneinander abhängig sind.
A.A.L.
Diejenigen Leser, die weitere Prinzipien des Jacquard-Webstuhls in der effizientesten Weise und nicht bloß durch praktische Beobachtung studieren möchten, müssen lediglich die Adelaide-Galerie oder das Polytechnische Institut besuchen. In jeder dieser wertvollen Sammlungen von wissenschaftlichen Illustrationen arbeitet auch immer ein Weber an einem Jacquard-Webstuhl und ist dazu bereit, alle gewünschten Informationen über die Konstruktion und die Betriebsarten seines Apparats zu geben. Der Band über die Herstellung von Seide in Lardner's Cyclopædia enthält ein Kapitel über den Jacquard-Webstuhl, das ebenfalls hilfreiche Hinweise geben kann.
Die Anwendungsmethode der Karten, wie sie bis dato bei der Webkunst eingesetzt sind, wurde jedoch für nicht ausreichend leistungsfähig gehalten, um all die Vereinfachungen in den vielfältigen und komplizierten Prozessen zu erbringen, deren Erreichung wünschenswert ist, um die Aufgaben der Analytischen Maschine zu erfüllen. Es wurde eine Methode entwickelt, die technisch als Ablage für Karten in bestimmten Gruppen und nach bestimmten Regeln bezeichnet wird. Die Aufgabe dieser Erweiterung ist es zu gewährleisten, dass jede einzelne Karte, oder jedes Set von Karten, beliebig oft hintereinander zur Lösung eines Problems wiederverwendet werden kann. Ob diese Möglichkeit genutzt wird, oder nicht, hängt in jedem Einzelfall von der Natur der Operationen ab, die das zur Bearbeitung stehende Problem erfordern mag. Dieser Vorgang wird von L. M. Menabrea erwähnt und stellt eine sehr wichtige Vereinfachung dar. Es wurde vorgeschlagen, die Wiederverwendung in solchen Fällen einzusetzen, die, während sie selbst keine offensichtliche Verbindung mit dem Bereich der abstrakten Wissenschaften haben, sich für diese jedoch als sehr wertvoll erwiesen haben, weil sie mit neuen und einzigartigen Anwendungsfeldern Prinzipien für mögliche algebraische Kombinationen nahe legen, welche genauso in den Möglichkeiten des Mechanismus enthalten sind, wie all die verschiedenen Feinheiten, die bei sich überschneidende Fäden auftreten können. Durch die Einführung des Ablage-Systems in den Jacquard-Webstuhl selbst könnten Muster, die eine Symmetrie enthalten müssten und gleichförmigen Regeln beliebiger Länge unter lägen, mit vergleichsweise wenigen Karten gewoben werden.
Wer den Mechanismus dieses Webstuhls verstanden hat wird einsehen, dass obige Verbesserung in der Praxis leicht dadurch zu erreichen ist, dass das Prisma, über welches der Zug von Musterkarten hinweg läuft, darauf umgestellt wird, sich rückwärts statt vorwärts zu drehen, je nach Belieben und unter den vorausgesetzten Umständen, bis dabei eine bestimmte Karte oder Gruppe von Karten, die ihre Aufgabe schon einmal erfüllt hatte und in der normalen, regulären Abfolge bereits vorüber gegangen war, auf die Position zurückgebracht wird, die sie direkt vor ihrer vorherigen Nutzung innehatte. Das Prisma stellt danach seine Vorwärts-Rotation wieder ein und bringt so die fragliche Karte, oder die Gruppe von Karten, zum zweiten Mal ins Spiel. Dieser Prozess kann offensichtlich beliebig oft wiederholt werden.
A.A.L.
Wir haben die Lösungen dieser beiden Gleichungen weiter unten in allen Details in einem Diagramm dargestellt, das jenen in Notiz B gleicht, jedoch ist eine weitergehende Erklärung notwendig, zum einen Teil deshalb, um diesen komplizierteren Fall ganz klar zu machen und zum anderen Teil, um das Verständnis bestimmter Indikationen und Notationen zu ermöglichen, die in den vorherigen Diagrammen nicht vor kamen. Speziell denjenigen unter Ihnen, welche die Notiz G vollständig verstehen wollen, sei geraten, besonderes Augenmerk auf den Inhalt der aktuellen Notiz zu legen, oder sie werden den entsprechenden Notationen und Indikationen in einem wesentlich komplizierteren Fall nicht folgen können.
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In allen Berechnungen können die Spalten der Variablen in drei Klassen eingeteilt werden:—
1. Spalten, in die Daten eingetragen werden sollen
2. Spalten, die die Endergebnisse empfangen sollen
3. Spalten, die dazu gedacht sind, solche Zwischenergebnisse und Kombinationen von einfachen Daten zu enthalten, die nicht permanent erhalten bleiben sollen, sondern lediglich dazu notwendig sind, um mit ihnen auf dem Weg zu den Endergebnissen weiter arbeiten zu können. Kombinationen von Daten dieser Art könnte man treffend als Sekundärdaten bezeichnen. Es gibt tatsächlich sehr viele aufeinander folgende Stufen bis hin zum endgültigen Ergebnis. Die Spalten, die diese Sekundärdaten empfangen, sind treffend als Arbeitsvariablen bezeichnet, weil ihre Aufgabe ihrer Natur nach ganz untergeordnet unter andere Aufgaben ist. Sie liefern eine vorübergehende und vergängliche Klasse von Ergebnissen, welche die Originaldaten mit den Endergebnissen verbindet.
Die Ergebnisvariablen nehmen manchmal die Gestalt von Arbeitsvariablen an. Es passiert häufiger, dass eine Variable, die ein Endergebnis enthalten soll, während des Ablaufs des Prozesses der Empfänger für ein oder mehrere aufeinander folgende Zwischenergebnisse wird. Entsprechend werden die Variablen für Daten oftmals Arbeitsvariablen oder Ergebnisvariablen, oder gar beides nacheinander. In den aktuellen Gleichungen sind jedoch zufällig die Bereiche dieser drei Gruppen über den gesamten Ablauf hin perfekt voneinander getrennt und unabhängig voneinander.
Man wird später sehen können, dass in den Quadraten unterhalb der Arbeits-Variablen nichts eingetragen ist. Jede dieser Variablen ist in vielen Fällen dafür vorgesehen, während des Ablaufs einer Berechnung verschiedene Werte nacheinander durch zu leiten (obwohl dieser Fall in den hier beschriebenen Gleichungen nicht vorkommt). Es gibt daher konsequenterweise auch nicht nur ein einziges festgelegtes Symbol und keine Kombination von Symbolen, die als lediglich zu einer Arbeits-Variablen zugehörig verstanden werden sollten und als eine allgemeine Regel sind die Quadrate dieser Variablen leer gelassen. Natürlich ist dies so zu verstehen, wie in allen anderen Fällen, in denen eine generelle Regel erwähnt wird, dass im Einzelfall auch Ausnahmen von einer solchen Regel auftreten können.
Damit alle Indikatoren, die im Diagramm enthalten sind, vollständig zu verstehen sind, wollen wir zwei oder drei Punkte erklären, die bis dato nicht angerührt wurden. Wenn der Wert irgendeiner Variablen als in Benutzung bezeichnet wird, dann kann dies eine von zwei möglichen Konsequenzen haben. Entweder kehrt der Wert in die Variable zurück, nach sie genutzt wurde, wodurch sie bei Bedarf für einen weitere Verwendung bereit steht, oder die Variable kann auf Null gesetzt werden. (Wir denken dabei natürlich nicht an einen dritten Fall, der häufig auftauchen wird, in dem dieselbe Variable auch dazu bestimmt ist, das Ergebnis genau der Operation zu enthalten, für die sie gerade eine Zahl geliefert hat.) Die Standardregel ist die, dass der Wert einer Variablen zu ihr zurückkehrt, wenn nicht vorhersehbar ist, dass sich kein weiterer Bedarf für diesen Wert ergeben kann, in welchem Fall die Null eingesetzt würde. Am Ende einer Berechnung sollte daher, als allgemeine Regel, jede Spalte eine Null enthalten, mit Ausnahme der Spalten, die Ergebnisse darstellen sollen. Daher wird man im Diagramm sehen können, dass wenn m - der Wert von V0 - zum zweiten Mal bei Operation 5 genutzt wird, V0 auf 0 gesetzt wird, das m nicht wieder gebraucht wird und das vergleichbar damit, nachdem (mn' − m'n) in V12 in Operation 11 zum dritten Mal genutzt wurde, V12 Null wird, da (mn' − m'n) nicht wieder benötigt wird. Um den einen oder den anderen der oben erwähnten Wege zu beschreiten, gibt es zwei Arten der Eingabe Variablenkarten. Eine dieser Arten hat die Eigenschaft, den Zahlenwert irgendeiner Variablen zu ihr zurückkehren zu lassen, nachdem er ihre Aufgabe in der Mühle erfüllt hat. Die andere Art hat die Eigenschaft, für die gelieferte Zahl die Null in der Spalte der Variablen einzusetzen. Diese zwei Arten werden, wenn das nötig ist, durch die jeweilige Bezeichnung als Erhaltende und als Null Eingabekarten unterschieden. Wir sehen, dass die vorwiegend Aufgabe (siehe Notiz B) der beiden Arten von Karten dieselbe ist, sie unterscheiden sich nur in ihrer zweitrangigen Aufgabe.
Zu jeder Variable gehören demgemäß eine Klasse von Ausgabe-Variablenkarten und zwei Klassen von von Eingabe-Variablenkarten. Es ist jedoch klar, das von letzteren jeweils nur die eine oder die andere für eine Variable in einer Operation genutzt werden kann, nie beide gleichzeitig, da ihre jeweiligen Funktionen zueinander inkompatibel sind.
Es sollte klar sein, dass die Variablenkarten nicht etwa in direkter Weise bei den Spalten platziert werden. Jede Karte ist durch Drähte mit der Spalte verbunden, auf die sie wirken soll.
Unser Diagramm wäre praktischer neben L. M. Menabreas korrespondierender Tabelle platziert worden, damit die Operationen in beiden Zeile für Zeile miteinander verglichen werden könnten. Jedoch war es unglücklicherweise zu unbequem, sie in dieser zu wünschenden Form auszudrucken. Das Diagramm ist vordergründig lediglich eine andere Art und Weise, die in L. M. Menabreas Tabelle beschriebenen verschiedenartigen Relationen darzustellen. Beide Darstellungen haben jeweils einige Vor- und Nachteile. In Kombination stellen sie eine vollständige und akkurate Methode dar, um jeden Schritt und den Ablauf in allen von der Maschine durchgeführten Berechnungen zu notieren.
Bis jetzt wurde den oberen Indizes keine Beachtung geschenkt, die im Diagramm jedem V links hinzugefügt sind. Wir haben uns die Freiheit genommen, diese Indizes auch zu den Vs in L. M. Menabreas Tabellen 3 und 4 hinzuzufügen, da sie nichts von dem verändern, was er darin darstellt, sondern lediglich etwas zu den vorherigen Indizierungen in diesen Tabellenhinzufügen. Die unteren Indizes, deren Werte während des Ablaufs der Berechnungen unverändert fortbestehen, sind offensichtlich nur Indizes für die Zugehörigkeit und gänzlich unabhängig von den durchgeführten Operationen und den Ergebnissen. Die oberen Indizes jedoch sind von anderer Art. Ihre Aufgabe ist es, jede Veränderung des Wertes einer Variable anzuzeigen und sie tragen natürlich die Verantwortung für Veränderungen während der Berechnung. Immer dann, wenn eine Variable nur mit Nullen belegt ist, wird sie mit 0V bezeichnet. In dem Moment, wenn ein Wert in ihr erscheint (sowohl für den Fall, dass dieser Wert dort willkürlich eingetragen wird, wie auch als natürlichen Folge einer Berechnung) wird sie zu 1V. Wird ein Wert durch einen anderen Wert ersetzt, dann wird die Variable zu 2V und so weiter. Wenn ein vorheriger Wert wieder durch Null ersetzt wird, dann wird die Variable wieder zu 0V, auch wenn sie zuvor bereits mit nV bezeichnet war. Wenn danach wiederum ein neuer Wert eingesetzt wird, so wird die Variable nun mit n+1V bezeichnet (wie es auch geschehen wäre, falls sie nicht zwischenzeitlich 0V gewesen wäre) &c. &c. Direkt vor dem Beginn einer Berechnung, nachdem die Daten vorgegeben sind und alles für den Start des Mechanismus eingerichtet und vorbereitet ist, sind die oberen Indizes aller Variablen mit Daten auf Eins gesetzt und die Arbeits- und Ergebnisvariablen sind alle mit Null indiziert. In diesem Zustand präsentiert sie das Diagramm.
Eine Gruppe von Indizes dieser Art hat einige Vorteile, aber diese Vorteile sind wahrscheinlich von der Sorte, die nicht sofort einsichtig sind, falls der Betrachter nicht ein wenig damit vertraut ist, die aufeinander folgenden Schritte zu verfolgen, mit denen die Maschine ihre Aufgaben bearbeitet. Wir haben nur den Platz allgemein darauf hinzuweisen, dass die ganze Notation der Tabellen durch diese Indizes konsistenter wird, weil sie in bestimmten Fällen auf einen Unterschied hinweisen, wo ohne sie eine in der Tendenz verwirrende Identität vorzuliegen schiene. In einem Fall wie Vn=Vp+Vn ergibt sich eine klarere und mit den üblichen Gesetzen der algebraischen Notation konsistentere Darstellung, wenn wir in der Lage sind m+1Vn=qVp+mVn zu schreiben. Es ist ebenso offensichtlich, dass die Indizes eine leistungsfähige Hilfe bei der Zurückverfolgung der Herleitung eines beliebigen Ergebnisses gestatten und ein Wahrnehmen der verschiedensten Umstände, die eine solche Folge von schrittweisen Ersetzungen betreffen, bei denen jedes Ergebnis tatsächlich nur die letzte Konsequenz ist. Solche Umstände könnten in bestimmten Fällen Beziehungen mit einschließen, deren Beobachtung wichtig ist, entweder aus rein analytischen Gründen, oder um bei ihrem Auftreten den Arbeitsvorgang der Maschine passend anzugleichen. Die Abfolgen von Ersetzungen, die zu den Gleichungen des Diagrammes führen, sind wie folgt:—
Es gibt für jede dieser Gleichungen drei aufeinander folgende Ersetzungen. Die Gleichungen (2.), (3.) und (4.) sind implizit in (1.) enthalten, wobei wir letztere für einen verdichteten Ausdruck jeder der vorherigen ansehen können. Wir werden sehen, dass jede der aufeinander folgenden Ersetzungen doppelt so viele Vs enthalten muss wie ihr Vorgänger. Wenn in einem Problem n Ersetzungen enthalten sind, dann ist die aufeinander folgende Zahl von insgesamt benötigten Vs 2, 4, 8, … 2n.
Die Ersetzungen in den vorangegangenen Gleichungen sind für die Illustration der Leistungsfähigkeit und Anwendung der oberen Indizes von wenig Wert, da die Indizes in diesem Fall, aufgrund der Natur dieser spezifischen Gleichungen, durchgängig alle mit Eins angegeben sind. Wir wünschten, wir hätten den Raum zur Verfügung, um vollständiger auf solche Relationen einzugehen, die wir in vielen Fällen mit Hilfe dieser Indizes verfolgen könnten.
L. M. Menabrea führt die drei mittleren Spalten seiner Tabelle unter dem allgemeinen Titel Variablenkarten. Die Vs repräsentieren dabei in Wirklichkeit jedoch die Variablenspalten der Maschine und nicht die Karten, die zu diesen gehören. Dennoch ist dieser Titel sehr angemessen, da jede der unter diesem Titel angeführten Relationen durch die spezielle Auswirkung bestimmter Variablenkarten (generell in Kombination mit der Vermittlung durch Operationskarten) bestimmt wird.
Wir nehmen einmal an, dass wir in Erfahrung bringen wollen, wie oft eine bestimmte Größe, oder eine Kombination von Größen, während einer Berechnung in Gebrauch ist. Wir können dies leicht dadurch erfahren, dass wir die vertikale Spalte oder die Spalten des Diagrammes inspizieren, in denen diese Größe auftreten kann. Im aktuellen Fall sehen wir daher, dass all die Daten, wie auch all die Zwischenergebnisse, zwei Mal genutzt werden, mit Ausnahme von (mn' − m'n), welches drei Mal in benötigt wird.
Die Anordnung der Operationen, mit der die Ausführung es aktuellen Beispiels möglich ist, erlaubt es uns alle elf Operationen, aus denen es besteht, mit nur drei Operationskarten zu bewirken, da das Problem von einer Art ist, die es zulässt, dass jede Klasse von Operationen in einer Gruppe zusammen ausgeführt werden können. Alle Multiplikationen, eine nach der anderen, dann alle Subtraktionen, eine nach der anderen, &c